Dienstag, 29. Januar 2008

neues in deutsch

Hallo,
Im letzten blog hatte ich ueber die Ausschreitungen in Nakuru berichtet, in English. Nur zwei Tage spaeter ging es in unserer Nachbarstadt los, in Naivasha. Es war am spaeten Samstagnachmittag als dort die Hoelle ausbrach. Viele, man weiss bis heute nicht die genaue Zahl, aber wohl an die 50 Opfer sind in jener Stadt zu beklagen. Viele von ihnen wurden in einem Haus eingesperrt und daraufhin hat man Benzin hineingegossen und angezuendet. Sie sind alle verbrannt, etwa 20 Personen. Andere wurden gekoepft oder gesteinigt. Haeuser wurden verbrannt und wieder sind hunderte oder tausende auf der Flucht vor der brutalen Gewalt. Persoenlich hat mich dieses Ereignis sehr betroffen gemacht, weil ich am Sonntag vorher noch in dieser Stadt zum Predigen eingeladen war, und das Thema Versoehnung und Vergebung angesprochen hatte. Waehrend der Predigt rief ich die Gemeindemitglieder auf, mit etwas Mehl oder Zucker zum Nachbarn von einem anderen Stamm zu gehen und so eine Geste der Versoehnung zu zeigen. Nur eine Person von etwa 400 Personen die im Gottesdienst anwesend waren, war bereit, so einen Schritt zu tun.
Immer noch ist die Situation in den beiden Staedten, die in relativer Naehe zu unserer Station liegen, sehr angespannt und noch brennen Teile der Staedte. Missionare die dort zum Teil viele Jahre lebten und dienten, wurden jetzt am Wochenende ausgeflogen, weil Fahrten auf der Strasse zu gefaehrlich waren.
Waehrend des Wochenendes kamen Drohungen zu unserer Station betreffend der Mitglieder anderer Staemme, die bei uns arbeiten. Es wurde deutlich gemacht, dass die ethnische Saeuberung auch vor unserer Station nicht halt machen wuerde. Das hat unsere Freunde veranlasst, Hals ueber Kopf die Sachen zu packen um in Sicherheit zu fliehen. Gute Freunde von uns sind davon betroffen und einige von ihnen habe ich an sichere Plaetze gefahren, so weit es solches in diesem Land noch gibt. Es war zutiefst bewegend, diese lieben Menschen ziehen zu sehen, vor allem die Kinder die gar nicht verstehen, was um sie herum geschieht.
Inzwischen sind alle die, die nicht von dem Stamm der Kikuyu sind, geflohen. Keiner wollte das Risiko eingehen, hierzubleiben, und nur wenige der Arbeitskollegen und "Freunde" kamen vorbei um ihr Bedauern auszudruecken. Es ist eine traurige, aengstliche Stimmung im Land. Oft tauscht sich die Stimmung in Aerger und Wut um, vor allem wenn weitere Akte der Willkuer bekannt werden, wie z.B. heute morgen als ein Parlamentarier von der Opposition erschossen wurde. Da schlaegt die Stimmung um, und die Wut entlaedt sich an allem was in die Quere kommt. So ist Verwuestung und Pluenderung und Vergewaltigung die staendige Begleiterin von diesen Ausbruechen. Wir brauchen ein Eingreifen Gottes, das das Land vor einem noch tieferen Absturz bewahren kann. Es gibt Zeugnisse und Berichte von Menschen, die in diesem Horror ihren Gott immer noch lieben und tun was gerecht und heilig ist. Von solchen will ich Euch in den naechsten Blogs berichten.
Thomas

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Thomas, ich bin so froh, wieder von dir zu hoeren. Es ist voll schrecklich, was du berichtest. Wir beten zu Gott um Sein Eingreifen und Seine Wunder, denn ER ist auch im Chaos noch der Herr aller Herren. Gott segne Euch und schütze Euch (Ps. 27, 1-4). Martin R. aus Uff