Donnerstag, 24. Dezember 2015

Bilder zum Aussendungsgottesdienst am 201.12.15


Hier findet Ihr noch eine kleine Auswahl von Bildern zu unserer sehr schönen Aussendungsfeier in Velbert letzten Sonntag. 














Heilig Abend,
Luk. 2:1-7 berichtet über die Geburt Jesu. Die Geschichte wird mit wenigen Worten erzählt. Welche Emotionen sind beteiligt sind, welche Welten  brechen zusammen als die Nachricht klar wird? Schwangerschaft, nicht verheiratet, die ganze Lebensplanung ist auf den Kopf gestellt.
Am Tisch in einem netten Cafe in der Nachbarstadt sitzen Dörte und ich bei Kaffe Latte. Zwischen uns in fast kauernder Stellung ist A. (Name geändert), auch sie nippt hin und wieder an ihrer Tasse.
Während sie ihre Geschichte erzählt drängt sich mir die Weihnachtsgeschichte förmlich auf. Schwanger, ungewollt, fremd in einem neuen Land. Sie ist sehr jung, versteht noch kein deutsch. Menschlich gesprochen, das gebe ich zu, hat sie ganz schlechte Karten. Mein Blick schweift hin und her zwischen Maria, der Mutter von Jesus und A aus einem anderen Kontinent. Vom Alter her sind sie ziemlich ähnlich. Plötzlich stelle ich erschreckt fest, dass die Schicksale der beiden jungen Frauen fast gleich sind weil ihre Kulturen aus denen sie kommen fast identisch sind. In Marias Kultur wäre ihr die Todesstrafe fast sicher, laut mosaischem Gesetz. Die Schande ist so schlimm dass es unvorstellbar ist, ein uneheliches Kind auszutragen.
A., was würdest Du tun, wenn Du jetzt in  Deinem Heimatland wärest? Mit niedergeschlagenen Augen erzählt sie davon dass die Mädchen mit der weiten islamischen Kleidung vieles verstecken können. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird eine lokale Hebamme gerufen, das Kind wird auf die Strasse geworfen um dann von Hunden oder Hyänen gefressen zu werden. Und das Leben muss weitergehen.
Diese nüchterne Darstellung ihrer Erfahrung schockiert mich wieder neu. Die Angst vor der Schande wiegt so viel schwerer als die Sorge um das in ihr sich entwickelnde Leben. Zerstörte Zukunftsaussichten, die Hoffnung auf ein neues Leben, die Angst und Panik jetzt verantwortlich zu sein für ein kleines Menschenleben lähmt sie völlig. Der Vater des Kindes tat das was viele tun, er stellt sich nicht der Verantwortung. Er bricht die Verbindung ab, Telefonkarte wird ausgetauscht, nicht mehr zu erreichen. Plötzlich steht sie da, ganz alleine. Mit uns beiden am Kaffetisch in der Nachbarstadt. Wir, kurz vor der Wiederausreise.
Natürlich geben wir Ratschläge und drücken sie ganz fest, weinen mit ihr. Aber in wenigen Tagen sind wir nicht mehr da um ihr Schutzraum und Hilfe zu geben, dann wenn sie es wirklich braucht. Das tut weh.
Gleichzeitig macht es die Weihnachgtsgeschichte nur noch deutlicher, den Schmerz, die Schande, die Angst, den Mut, die Risikobereitschaft die beide, Maria und Josef gezeigt haben, als sie sich auf den Weg gemacht haben, nach Bethlehem um sich registrieren zu lassen in der Stadt Davids. Dort war kein Raum in der Herberge. Sie legte ihr Kind in eine Futterkrippe. Dort is unser Retter geboren.

Samstag, 19. Dezember 2015

Aussendungsgottesdienst am 20.12.15

Szene:
Samstag morgen, noch ist es dunkel. "Dunkle Tage - brauchen helle Lichter" erinnert mich das Spruchkärtchen auf dem Tisch. Meine Bibel liegt aufgeschlagen vor mir, die dampfende Kaffeetasse steht daneben. Ich liebe diesen Moment des Hörens auf Gott wenn noch alles um mich herum still ist. Die Stimme Gottes zu mir sprechen zu lassen durch sein Wort ist von unschätzbarem Wert.
Heute stosse ich auf die Geschichte in der Jesus in Bethanien mit Öl gesalbt wird. Das steht in Mathäus 26:6-13.
Erst mal springt bei mir noch nicht gleich was an. Es dauert einen Moment bevor ich ind die Geschichte mit einsteige, mich  in die Szene hinein versetze. Dann sitze ich mit am Tisch und rege mich plötzlich genauso auf wie die Jünger. Ich empfinde diese Frau die da reinkommt als Störung beim gemeinsamen Essen. Ich will dass sie uns in Ruhe lässt damit wir die gemeinsame Zeit geniessen können.
Jesus ist von seinen Jüngern recht unbeeindruckt. Seine Aufmerksamkeit und Liebe gilt ganz der Frau die ihr teures Parfüm auf seinen Kopf ausgeschüttet hat. Das berührt mich in meinem Herzen. Die Jünger machen sich Gedanken um verschwendete Resourcen, Jesus dagegen sieht den Menschen der ihm von ganzem Herzen dient.
Ich sehne mich danach Jesus genauso vorbehaltlos zu dienen wie diese Frau es getan hat. Mein Leben soll ein Dienst sein für Jesus. Ich empfinde dass es Jesus darum geht, mehr als alles andere, dass ich ihm ganz diene. Dass ich meine Resourcen ihm ganz zur Verfügung stelle. Für die Jünger macht es keinen Sinn was da geschieht. Jesus wünscht sich dass wir ihm ganz dienen. Und oft sind es die ungewöhnlichen Dinge die es wert sind dass wir uns an sie erinnern.
Das was diese Frau getan hat, hat einen bleibenden Wert. Es hat Millionen von Menschen tief verändert. Es fing mit ihrem eigenen Herzen an.