Ihr lieben,
Ein Griff an die
Wäscheleine- yeap, die Wäsche ist noch naß! Naja, das ist nichts
Besonderes. Besonders ist nur, dass es der dritte Tag ist, nachdem
wir sie aufgehängt haben und wir in Afrika leben. Da würde man das
nicht erwarten. Ein Feuer im Kamin im Juni? Was wir von Deutschland
hören, kann man sich das wohl an manchen Tagen nur wünschen. An
besonderen Tagen gönnen wir uns das hier in Kijabe.
Die letzten Wochen
könnte man die Überschrift geben: Dorfgesundtheit. Wir waren viel
mit dem Communithy health team unterwegs. In zwei Dörfern haben wir
die freiwilligen Gesundheitshelfer mit Grundwissen ausgestattet.
Diese Dörfer liegen so ca 1Stunde Fahrt von Kijabe entfernt. Die
Gegend ist fruchtbar, Tee, Kartoffeln, Mais und ausreichend Regen
geben das täglich Brot auf den Tisch.
In dem Dorf A
erziehen viele Mütter ihre Kinder allein. Nicht etwa, weil der Vater
im Krieg umkam oder von einer Krankheit hinweggerafft wurde. Die
Mütter können durch ihre Hände Arbeit in diesem fruchtbaren Land
die Familie versorgen und Schulgelder aufbringen. Wenn dann der Mann
im Haus nicht signifikant zu dem Unterhalt beiträgt, haben die
Frauen nicht viel Geduldspuffer und setzten ihn auf die Strasse. So
erzählen sie uns und wir staunen nicht schlecht. Im Unterricht wird
es dann bestätigt als die Männer sagen, Jungs und Männer brauchen
Unterstützung. Im Laufe so eines Seminars wächst die Gruppe
zusammen und in diesem Dorf war es dann sehr schön zu beobachten,
wie Frauen und Männer, jung und alt, gerne für ihr Dorf
zusammenarbeiten wollen.
Wir haben mehrere
Leute gefragt, warum interessiert es euch, ohne Bezahlung
Kilometerweit zu laufen, kurze Lehreinheiten zu geben, euch mit
kranken oder schwangeren Nachbarn zu beschäftigen und Aktionstage zu
planen? Eine Witwe erzählte es so:
Ich war in meinem
Teefeld als ich ein Motorrad kommen hörte. Das ist ungewöhnlich in
meinem abgelegenen Haus und Feld. Als ich schaute sah es so aus als
wäre es der Bürgermeister! Tatsächlich, der Bürgermeister stieg
vom Motorrad und grüsste mich. Er erzählte von der neuen Gruppe für
Gesundheitshelfern, die sie zusammenstellen wollen. Und dann sagte
er, er wüsste von meinem Engagement für die Nachbarn und das Dorf
und deswegen würde er mich gerne dabei haben! Das bedeutet, er hat
gehört und gesehen, wo ich bisher geholfen habe. Es wurde
wahrgenommen. Und ich werde für fähig gehalten bei so etwas
mitzumachen. Ich habe mich so gefreut und kann jetzt mit einem
offiziellen Stempel machen, was ich sowieso gerne mache: mich für
meine Mitmenschen einsetzen!
Diese Seminare in
den letzten Wochen waren ermutigend für unser ganzes Team. Zur Zeit
sind wir an der Planung für ein Fortbildungskurs im Juli. Das Kijabe
Community health team(Dorfgesundheit team) hat eine Gruppe von
Angestellten der Regierung eingeladen für eine Fortbildung. Die 12
Leute kommen aus dem Nord Osten des Landes und arbeiten wirklich in
sehr entlegenen Gegenden direkt an der Grenze zu Somalia. 10 sind
Somalis, 2 sind ursprünglich von anderen Gegenden Kenias. Die
meisten haben kein Zugang zu emails, d.h. wir müssen jetzt dieser
Tage jeden einzelnen anrufen und ihnen sagen, sie sollen dicke Jacken
und Pullover mitbringen!
Die Beziehungen aus
diesem Seminar können dazu führen, dass wir diese Leute im
Hinterland besuchen, um sie in ihren Fortschritten anzuspornen.
Wir haben gerade
Besuch von einem jungen Doktor aus Deutschland. Er ist für ca 3,5
Wochen hier und fragt den Herrn viele Fragen. Es ist schön solch
einen Besuch und die Energie der Jugend im Haus zu haben. Wenn er
geht, kommt unser Sohn Joas Benjamin, was unser „mitten im Jahr
Höhepunkt“ ist.
Seid herzlich
gegrüsst mit der Erinnerung: das Reich Gottes steht nicht in Worten,
sondern in Kraft.(1Kor 4.20)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen