Samstag, 25. Juni 2016

Juni 2016



Ihr lieben,
Ein Griff an die Wäscheleine- yeap, die Wäsche ist noch naß! Naja, das ist nichts Besonderes. Besonders ist nur, dass es der dritte Tag ist, nachdem wir sie aufgehängt haben und wir in Afrika leben. Da würde man das nicht erwarten. Ein Feuer im Kamin im Juni? Was wir von Deutschland hören, kann man sich das wohl an manchen Tagen nur wünschen. An besonderen Tagen gönnen wir uns das hier in Kijabe.
Die letzten Wochen könnte man die Überschrift geben: Dorfgesundtheit. Wir waren viel mit dem Communithy health team unterwegs. In zwei Dörfern haben wir die freiwilligen Gesundheitshelfer mit Grundwissen ausgestattet. Diese Dörfer liegen so ca 1Stunde Fahrt von Kijabe entfernt. Die Gegend ist fruchtbar, Tee, Kartoffeln, Mais und ausreichend Regen geben das täglich Brot auf den Tisch.
In dem Dorf A erziehen viele Mütter ihre Kinder allein. Nicht etwa, weil der Vater im Krieg umkam oder von einer Krankheit hinweggerafft wurde. Die Mütter können durch ihre Hände Arbeit in diesem fruchtbaren Land die Familie versorgen und Schulgelder aufbringen. Wenn dann der Mann im Haus nicht signifikant zu dem Unterhalt beiträgt, haben die Frauen nicht viel Geduldspuffer und setzten ihn auf die Strasse. So erzählen sie uns und wir staunen nicht schlecht. Im Unterricht wird es dann bestätigt als die Männer sagen, Jungs und Männer brauchen Unterstützung. Im Laufe so eines Seminars wächst die Gruppe zusammen und in diesem Dorf war es dann sehr schön zu beobachten, wie Frauen und Männer, jung und alt, gerne für ihr Dorf zusammenarbeiten wollen.



Wir haben mehrere Leute gefragt, warum interessiert es euch, ohne Bezahlung Kilometerweit zu laufen, kurze Lehreinheiten zu geben, euch mit kranken oder schwangeren Nachbarn zu beschäftigen und Aktionstage zu planen? Eine Witwe erzählte es so:

Ich war in meinem Teefeld als ich ein Motorrad kommen hörte. Das ist ungewöhnlich in meinem abgelegenen Haus und Feld. Als ich schaute sah es so aus als wäre es der Bürgermeister! Tatsächlich, der Bürgermeister stieg vom Motorrad und grüsste mich. Er erzählte von der neuen Gruppe für Gesundheitshelfern, die sie zusammenstellen wollen. Und dann sagte er, er wüsste von meinem Engagement für die Nachbarn und das Dorf und deswegen würde er mich gerne dabei haben! Das bedeutet, er hat gehört und gesehen, wo ich bisher geholfen habe. Es wurde wahrgenommen. Und ich werde für fähig gehalten bei so etwas mitzumachen. Ich habe mich so gefreut und kann jetzt mit einem offiziellen Stempel machen, was ich sowieso gerne mache: mich für meine Mitmenschen einsetzen!

Diese Seminare in den letzten Wochen waren ermutigend für unser ganzes Team. Zur Zeit sind wir an der Planung für ein Fortbildungskurs im Juli. Das Kijabe Community health team(Dorfgesundheit team) hat eine Gruppe von Angestellten der Regierung eingeladen für eine Fortbildung. Die 12 Leute kommen aus dem Nord Osten des Landes und arbeiten wirklich in sehr entlegenen Gegenden direkt an der Grenze zu Somalia. 10 sind Somalis, 2 sind ursprünglich von anderen Gegenden Kenias. Die meisten haben kein Zugang zu emails, d.h. wir müssen jetzt dieser Tage jeden einzelnen anrufen und ihnen sagen, sie sollen dicke Jacken und Pullover mitbringen!
Die Beziehungen aus diesem Seminar können dazu führen, dass wir diese Leute im Hinterland besuchen, um sie in ihren Fortschritten anzuspornen.


Wir haben gerade Besuch von einem jungen Doktor aus Deutschland. Er ist für ca 3,5 Wochen hier und fragt den Herrn viele Fragen. Es ist schön solch einen Besuch und die Energie der Jugend im Haus zu haben. Wenn er geht, kommt unser Sohn Joas Benjamin, was unser „mitten im Jahr Höhepunkt“ ist.

Seid herzlich gegrüsst mit der Erinnerung: das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.(1Kor 4.20)

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