Montag, 30. Oktober 2017

Nachbarn

Habari, 
so heisst der Gruss in Kisuaheli. Den hört man ständig, es ist die Frage, wie gehts, wie läufts? Seit mehr als einem Monat sind bei uns Nachbarn zugezogen. Es handelt sich um eine Gruppe von 9 amerikanischen Studenten und 5 chinesischen Studenten die zu den zwei schon seit Mai hier lebenden chinesischen Familien zugestossen sind. 
Alle lernen fleissig Kisuaheli und auf den Bildern sieht man uns mit ihnen an einem besonderen Ausflugstag zusammen spielen und feiern. Einige der gut gebauten Menschen auf dem Bild sind Einwohner unserer Stadt hier die eigentlich aus Indien stammen. Zumindest die Vorfahren stammen von dort. Die Familie selber lebt aber schon seit 40 Jahren hier in unserer Stadt, sie betreiben ein sehr erfolgreiches Geschäft und bringen sich auch sonst sehr auf humanitäre Weise in der ganzen Gegend hier ein. 



Die Party fand auf einer Farm am Tana Fluss statt wo Freunde von uns mehrere Hektar Land bewirtschaften. Sie haben ihren eigenen Traktor, Wasserpumpe und natürlich eine Menge helfender Hände. 



Auf den zwei Bildern unten sieht man erst die Frauengruppe mit den Nauankömmlingen zusammen mit denen die schon seit Generationen hier leben. Das Bild ist die Gruppe mit den Männern, ebenfalls die neuen und die alten. Im Hintergrund ist der mächtige Tana Fluss, in dem sich jede Menge Krokodile und Nilpferde tummeln. Man sieht auf dem Weg auch fast immer Giraffen, Gazellen und Affen und vieles andere an Wildtieren. 
Die Krokodile haben schon das eine oder andere Opfer eingefordert. Eine Frau hat ihr Bein verloren bei einem Angriff dieser Tiere. Ein Junge den wir beim fotoshooting sprachen, hat eine Schwester verloren, sie wurde beim Wasserholen vom Krokodil gefasst und unter Wasser gezogen und war für immer verschwunden. 



Unser Freund versucht jetzt einen schutzzaun zu bauen so dass das Wasserholen für die Frauen sicherer wird. Life in Africa - Leben in Afrika hat seine eigenen Herausforderungen. 
But all is well - alles ist gut so sagen oft unsere Freunde, selbst in den unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten stirbt die Hoffnung zuletzt. 
Heute zur Stunde wird der Präsident Kenias nach der nicht unumstrittenen zweiten Präsientschaftswahl bekanntgegeben. Das Land verfolgt mit Spannung wie die offizielle Bekanntmachung aufgenommen wird. Das Ergebnis ist schon lange klar, nur wie wird die Opposition reagieren?
Bis zum nächsten mal, Thomas



Samstag, 28. Oktober 2017

Präsidentschaftswahlen und Gartenbau

Hallo,

Hallo zusammen,
Tief drinnen sind Dörte und ich halt doch noch Landwirte. Direkt als wir hier in Garissa ankamen fingen wir an unseren Garten zu pflanzen. Wir sind motiviert durch eine Stelle im Alten Testament, aus Jeremia 29, 4-7 die eindrücklich dazu auffordert die gegenwärtige Situation anzunehmen und das Leben aktiv zu gestalten. Die Israeliten damals in ihrem Exil konnten sich nicht vorstellen dass sie längere Zeit dort in Babylon sein würden, und doch wurden es 70 Jahre, wie von Gott durch die Propheten vorhergesagt. Diejenigen die der Aufforderung des Herrn gefolgt sind taten genau das, sie beteten für die Nation in die sie verschleppt wurden.   
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:
Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; 
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Das wiederum bringt mich zu der gegenwärtigen politischen Situation hier in unserem schönen Land Kenia, das wir lieben und für das wir beten. Es ist ein Land das durch enorme innere Spannungen geht bis hin zur extremen Zerreissprobe. Innerhalb von weniger als 2 Monaten haben wir diese Woche die zweiten Prasidentschaftswahlen hinter uns gebracht. Die waren leider nicht so friedlich wie wir uns das erhofft haben. Alle Anzeichen deuteten allerdings auf Gewalt hin. Die Unzufriedenheit auf Seiten von oppositionellen, die allesamt aus einem ethnischen Block kommen ist so tief, für uns Nicht-Kenianer kaum nachzuvollziehen. Es wird wirklich viel gebetet und dennoch ist der Schrei nach Gerechtigkeit nicht zu überhören. Die Menschen sind müde und zermürbt von den langen, endlos scheinenden Wahlkampfkampagnen, Kampfansagen der Opposition. Von den politischen Führern die sich gegenseitig in den Schmutz ziehen und den anderen lächerlich machen und so die Kluft noch tiefer machen.
Auf der anderen Seite sehen wir die einfachen Menschen, den Mwananchi (Kisuaheli, der Bürger), der oft still und leise vor sich hinleidet. Der Niedergang der Wirtschaft durch die politische Lähmung des Landes wirkt sich sehr auf das Leben aus. Die Inflation ist am steigen. Das ist alles nicht schön mit anzusehen, wir leiden mit und beten mit für dieses Land das für eine recht lange Zeit so am Abgrund längs schlittert. Möge der Gott Israels sich noch einmal über Kenia erbarmen und es aus dieser schweren Krise herauskommen und sozusagen wie aus der Asche aufsteigen lassen. 
Möge die Saat der Gebete der vielen Gläubigen im Lande aufgehen und Frucht der Gerechtigkeit spriessen lassen. 



Mit der Mulchdecke oben drüber hoffen wir dass wir bald die ersten Pflanzen spriessen sehen. 

Schlüssellochgarten, mit Kompost rohr in der Mitte

Moringa tree, oder auch Wunderbaum
Kasuarina tree, ebenfalls ein Baum der Hitze gut verträgt und rasant schnell wächst.


Das Ergebnis der Wahlen ist zwar noch nicht endgültig bekannt, es sieht aber so aus dass Uhuru Kenyatta,der Amtsinhaber mit 96% die Wahlen gewonnen hat. Allerdings liegt das daran dass die Opposition zu einem Boykott aufgerufen hatte und somit die Hälfte des Landes nicht an den Wahlen teilnahm. 
Ein wunderschönes Land mit wunderschönen Menschen, wir sind immer wieder überrascht über die Resilienz die die Menschen an den Tag legen, trotzdem lachen und Freude ausstrahlen, auch wenn die Lebenssituation für viele alles andere als rosig aussieht. 

Danke fürs Interesse und Lesen, Thomas


Freitag, 27. Oktober 2017

Hallo,

heute nachmittag kam ich mit einem dicken Hals nach Hause von unserer Buschklinik. Wie schon vorher beschrieben, sind die Menschen ziemlich arm und brauchen Hilfe. Wir brauchen aber auch ihre Hilfe. Wir brauchen einen Platz wo die Menschen im Schatten sitzen können, wo nicht zuviel Wind ist und es einigermassen sauber ist. Die Dorfältesten haben uns die Madrassa zugewiesen. Das ist die lokale Koranschule gleich neben der Moschee. 


Der lokale Imam ist der nette Herr mit dem Kopftuch auf dem Bild und seine Moschee ist die auf dem oberen Bild. Er ist ein echt netter typ und wir mögen uns. Ich hab ihn gefragt was er denn heute, Freitag, predigen wird. Er hat mir seine Predigt in Stichpunkten wiedergegeben, nicht besonders kompliziert: Fürchte Gott, denn Du wirst sterben und dann kommt das Gericht und Du stehst ganz alleine vor Gott. Also setze alles dran ein guter Mensch zu sein und arbeite hart an Deinen guten Taten. Leider weiss er nichts davon dass die guten Taten niemanden erretten  können, sondern dass es durch das vergossene Blut Jesu allein geschehen kann durch welches jemand aus dem Gericht gerettet werden kann. 




Wir waren fast fertig mit unserem Einsatz, da kommt ein junger Mann auf dem Motorrad angefahren und sagt wir dürften nicht an seiner Koranschule die Klinik durchführen. Das Bild oben ist das Lehrmaterial auf dem die Koranverse geschrieben werden um dann von den Kindern auswendig gelernt zu werden. 
Hier ein kleiner Hinweis auf ein Buch von einem unserer Freunde, Yassir Eric, Der Titel des Buches: "Hass gelernt, Liebe erfahren." Er beginnt sein Buch mit dem Erlernen von Koranversen auf genau diesen Brettern, er beschreibt wie die Schüler geschlagen werden bis sie den Koran fehlerfrei rezitieren können, ohne auch nur im mindesten zu verstehen was sie sagen.  
Ich merkte wie mein Puls schneller schlug und ich anfing so richtig wütend zu werden. Das passiert mir nicht so oft, aber es geschieht immer dann im Angesicht von extremer religiöser Intoleranz und Arroganz. Ich war kurz darauf anzudrohen dass wir den Staub von unseren Füssen schütteln werden und uns nach einem Dorf umsehen werden das unseren Dienst schätzt. Die Dorfältesten merkten dass etwas so richtig schief lief und baten um Entschuldigung und dass ich den Kerle bloss nicht ernst nehmen solle. Ok, Ok, tief durchatmen und noch mal hinschauen für wen wir denn eigentlich da sind. Da sind die Leute wie die alte Frau hier, die vielen Kinder, Mütter mit behinderten Kindern usw. 
Sorry, Herr, bitte vergib mir für meine Reaktion. Es geht nicht um  meinen verletzten Stolz, sondern um das was der Herr hier in diesem Ort tun möchte.





So ungefähr sieht die typische Behausung aus, einfache Strohhütten, so ähnlich wie ein Iglu gebaut.





Hier sind die typischen Vögel aus der Umgebung, die Hornbills und der Glanzstar.

Liebe Grüsse, Thomas

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Mehr von der Buschklinik

Hallo zusammen,

Manchmal ist es faszinierend zu sehen, wie wenig nötig ist, um einen Unterschied im Leben eines Kindes, einer schwangeren Frau oder Menschen die anderweitig keine Möglichkeit haben sich selber zu helfen. 
Hier ist unser Beispiel, die Buschklinik. Es braucht wirklich nur das äusserste minimum, wie in einem der vorherigen blogs schon beschrieben. Kinder die hier behandelt werden, finden es sicher nicht lustig, aber sie bekommen die wichtigsten Impfungen.



Da wir so weit rausfahren in die Buschsiedlungen werden wir immer wieder überrascht wie sehr die Menschen noch in ihrer Kultur verhaftet sind und Gegenstände benutzen, die sie wohl schon viele hunderte von Jahren benutzen. Stolz hält Hassan den Milchbehälter hoch indem Kamelmilch über längere Zeit aufbewahrt werden kann. Sie wird sauer gemacht, wird durch Rauch haltbar gemacht, bzw. der Behälter wird ausgeräuchert und desinfiziert. Das gibt der Milch den schönen rauchigen Geschmack, so ein bisschen wie Schinken. 


Sammy ist der Apotheker hier unterm Baum. Sein Vater ist einer der dienstältesten Pastoren hier in der Stadt. Er kommt aus der Mount Kenya Region. Sammy aber ist hier geboren und aufgewachsen. Obwohl er durch sein äusseres Aussehen sich stark von dem ansässigen Volk unterscheidet, kennt er sie noch besser als sein eigenes Volk aus dem er stammt. Das macht ihn zum idealen Missionar. Er braucht sich nicht erst umgewöhnen, er kennt die Sprache schon ganz gut und kommt auch mit der Hitze gut zurecht. Leute wie ihn versuchen wir zu unterstützen und zu motivieren wo es nur geht. Auch er war bei uns in Kijabe zu dem training im Juli.



Die nächsten Bilder sind von der Zeit die wir in Kijabe mit 10 Teilnehmern hatten, Leuten aus zwei counties die entlang des Flusses Tana liegen. Man sieht gleich den Unterschied zwischen dem wunderschönen grün das Kijabe ausmacht und dem trockenen und wüstenhaften Nordosten kenias. 


 Die trainings sind immer sehr interaktiv und fordern die Teilnehmer heraus, aufzustehen, zu denken und zu überlegen wie sie in ihren Dörfern die freiwilligen motivieren können. Es geht darum sich den oft riesigen Herausforderungen zu stellen wie z.B. mit dem sehr hohen Anteil an Analphabeten so umzugehen dass es nicht die Arbeit beeinträchtigt. Kreative Lösungen müssen gefunden werden. 
 

Eine der kreativen Lösungen ist es, die Schulkinder die wenigstens schon mal etwas lesen und schreiben können, mit einzuspannen. 



Wie man im Hintergrund des Bildes sehen kann, wird richtig gearbeitet. Aktionspläne werden geschmiedet um nachhaltige Veränderungen zu errreichen. Einige von ihnen wollten kleine Gärtchen um die Klinik herum anlegen. Manche waren angetan von dem Moringa Baum, dem Wunderbaum, dessen Blätter einen sehr hohen Proteingehalt aufweisen. Könnte so etwas nicht die Ernährungssituation unsrer Kinder verbessern?, so fragten sich manche. 






Wenn alles getan ist, die Aktionspläne ausgearbeitet und vorgestellt, die Zertifikate überreicht, dann ist Zeit zum foto shooting. Kijabe ist oftmals für Menschen die aus dem heissen und trockenen Nordosten kommen wie ein Besuch in einer Oase. Manche sehen zum ersten mal in ihrem Leben grünes Gras oder so schöne Rosen wie sie hier überall zu finden sind. 




Schöne Grüsse, Thomas



Garissa University training und Dörtes englisches update

Hallo again,

In einem meiner blogs hatte ich SIMAHO, die lokale Organisation erwähnt. Hier in der Bildmitte ist Zahra, eine meiner Heldinnen. Sie arbeitet unermüdlich zum Wohle der notleidenden Bevölkerung. Wir helfen wo wir können. Konkret im Bild ist die Übergabe von einer Spende die ich durch Freunde auf einem Notruf hin bekommen hatte. Ihre kleine Klinik war völlig überlastet und einige infrastrukturelle Veränderungen mussten ganz dringend gemacht werden. Durch einige emails und whatsapps war ich in der Lage ihr kurfristig und unbürokratisch zu helfen. Hier überreiche ich ihr eine Summe von 300 Euro. Ihr seht das Lächeln auf ihrem Gesicht.


Die Geschichte die ich erzählen will ist die von der berühmten Garissa University, die erst diese Woche selbständig wurde. Bis vor kurzem war sie noch unter einer Uni in Edoret, Moi University. Jetzt aber hat sie die lang ersehnte charter vom Präsidenten Uhuru Kenyatta verliehen bekommen. Garissa University hat ihren slogan: Eine Oase der Erfindung



Im Bild unten ist Dörte, die Ruhe vor dem Sturm. Es war eine hektische Zeit diesen workshop vorzubereiten und durchzuführen. Mit fast 40 Studenten und einem team aus Kijabe waren wir bis über beide Ohren beschäftigt. Dörtes Leidenschaft für teambuilding exercises und herausarbeiten von Begabungen war genau an der richtigen Stelle eingesetzt. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, waren wirklich alle mehr als begeistert dabei und es hat absolut nicht lange gedauert bis das Eis gebrochen war. Die wenigen Christen die dabei waren und nun in dieser muslimischen Mehrheit studieren waren begeistert wie die Barrieren so nach und nach fielen und aus misstrauisch sich beäugenden Kollegen mehr und mehr Freunde wurden. 









Durch Gruppenarbeit und einer Vielzahl von Aktivitäten gelang es uns eine wunderschöne Dynamik zu schaffen. Durch whatsapp sind wir nach wie vor miteinander verbunden und tauschen uns über den Fortschritt ihrer Projekte, die sie ausgearbeitet haben, aus. Stolz präsentieren sie hier ihre Zertifikate.


hier findet Ihr noch den Artikel den Dörte eben noch für eine englischsprachige Gruppe geschrieben hat. Ich habe ihn noch mal mit reinkopiert für die interessierten. 


Dear friends,
It has been a while and that’s why I want to use the Kenya election day to send you some updates.  The Lord had prepared ways and this is what we found as we walked on them:
Beginning of September we had a one week introduction to community health class at the University which was attacked two years ago. 4 colleagues from Kijabe came for that week. We had almost 40 students from different communities and religious backgrounds. The curriculum includes leadership, counseling, advocacy and medical aspects of community and gave us a lot of room for group activities. The group warmed up to us and to each other so that by the end of the week the atmosphere was similar to a youth camp! They had decided on some points of action they want to do at the campus within the coming weeks.  We followed them up on that a few weeks later and they had acted on some of their plans. Most amazing was what nobody had planned: some of the few Christian students said, since our class together they continue to interact, greet and joke with each other along the corridor. Without knowing they had given the freshman a new pattern to follow, which was not there before. We as Kijabe team were so surprised by the Lord how He had used this class to bridge the two religious student groups.
These days we are following up on the government employees, who came for continuous education to Kijabe. We get to know villages, communities around and their government workforce.  At the same time we are meeting kenyan brothers and sisters in the Lord, who were send by their church to work in this area. One brother, Gerald, we get to know as a dear brother and coworker and we hope that we can employ him for some time through the drought mitigation project.
-In January we will teach another class at the University, may the young generation come out of the class challenged and changed,  




Buschklinik unterm Baum

Hallo zusammen,


Mehrere male im Monat geht es los in den Busch, zur Klinik. Genau, zur Buschklinik. Mit einer befreundeten Organisation, einigen medizinischen personal, Medizin, Stühlen, Tisch, Waage und Messgeräten geht es morgens los. Wir fahren in Ortschaften, die keine Klinik haben. Kinder bleiben ungeimpft wenn wir nicht kommen. Unterernährte Kinder bekommen keine Zusatznahrung und es gibt sonst keinen input wie Krankheiten vermieden werden können.
Bevor wir unsere Medizin auspacken und Patienten sehen, wird sich erstmal unterm Baum versammelt und eine Lektion in gesunder Ernährung, Prävention von Krankheiten durch Hygiene u.ä. gegeben.


Wir haben fast immer Studenten mit uns die sich ausprobieren dürfen. Manche sind Somalis, die können dann direkt in der Muttersprache die Wichtigkeiten dessen was sie schon alles gelernt haben, weitergeben. Der seit fast 5 Monaten andauernde Streik der Krankenpfleger führt dazu dass nur noch ganz wenige Institutionen arbeiten. Unsere Partnerorganisation heisst SIMAHO, die haben ein extra Lob verdient. Sie sind vollständig überfordert weil im grossen Bezirkskrankenhaus nichts mehr gearbeitet wird, so kommt alles was nicht über viele Finanzen verfügt dorthin. Es ist tragisch und dramatisch wie sehr sich die Gesundheitsversorgung in den letzten Monaten verschlechtert hat. 






Martha, die hier beim Händewaschunterricht zu sehen ist, war bei einem unserer trainings in Kijabe im Juli diesen Jahres. Sie ist sehr aktiv und geht von Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf um die Bewohner von der Wichtigkeit von Hygiene zu überzeugen. Viele Haushalte haben keine Toiletten, das ist ein riesiges Problem. Wenn der nächste Regen kommt, schwimmen die Bakterien im Brunnen. 
Das ist ein Teil von dem was uns hier in diesem Teil der Welt beschäftigt, es ist ein Kampf, Menschen davon zu überzeugen dass manche Dinge wirklich Sinn machen und gut für sie sind. 

Bis dahin, Thomas

Hilfe für Hungergebiete in Isiolo county

Hallo,

Vor einigen Wochen erreichte mich ein Hilfeschrei aus einem benachbarten County. Abdi rief an, die Kühe sind am verenden, die Menschen leiden unter der lang andauernden Dürre. Könnt Ihr nicht helfen? Ich rief einen Kollegen an der eine amerikanische Hilfsorganisation leitet. Habt Ihr was zu essen in Eurem Lager? Yeap, no problem, war die Antwort meines amerikanischen Kollegen. Wir zahlen den Transport, ihr schickt den LKW mit Nahrungsmitteln. Innerhalb weniger Tage waren wir in der Lage mehrere Tonnen von hochwertigen Lebensmitteln nach Kinna in Isiolo county zu schaffen. Eine Region in der wir schon seit Jahren bekannt sind. Als es schon mal richtig schlimm war, führten wir ein medical camp durch, das war 2011.  Dort trafen wir den jungen Adan, unten auf dem Bild, damals noch ein ganz junger Bursche. Er hatte etwas am Arm das aussah als wäre es ein Krebsgeschwür. Damals schickten wir ihn nach Kijabe, er wurde operiert, wir zahlten die Rechnung. 
Neulich trafen wir ihn wieder, er kannte uns noch ganz genau und dankbar zeigte er seine Narbe am Arm, das Krebsgeschwür konnte komplett entfernt werden, und er ist ganz gesund.




Die eigentliche Verteilung der Nahrungsmittel fand im Dorf unseres Freundes statt. Er hat so ein grosses Herz und schaut immer danach dass die ärmsten im Dorf ihren Anteil abkriegen. Wie hier der alten Mann der nicht mehr sehen kann. 




Die Lebensmittel die wir ausgegeben haben, werden in Amerika gepackt, kommen in grossen Containern hierher. Die Menschen die die Arbeit dort drüben machen sind Christen, sie haben ihrem Produkt einen Namen gegeben der aus der Bibel kommt - Manna Pack. Es handelt sich um ein Reisprodukt das mit getrocknetem Gemüse, Öl und Gewürzen fertig ist. Es muss nur noch Wasser dazu gegossen werden, kurz gekocht werden und ist fertig zum Verzehr. Es ist sehr gut verträglich und diejenigen die unterernährt sind, kommen relativ schnell wieder zu Kräften. 



Wir wollten sicherstellen dass die muslimische Bevölkerung, die die Nahrungsmittel bekam, weiss wer ihren Hilfeschrei gehört hat. Wir wiesen sie darauf hin, dass nur Gott selber die Notsituation lösen kann. Wir beteten im Namen Jesu für Regen und segneten die Bevölkerung. Wir waren alle überrascht über die freundliche Aufnahme und die Akzeptanz von Gebet. In kurzer Zeit waren wir eng mit diesem Dorf und seiner Bevölkerung verbunden. 



Eine Woche später sprach ich mit Abdi, er erzählte mir dass es inzwischen geregnet hatte und die Hoffnung zurückgekehrt ist. Auch wenn viele ihrer Tiere verendeten gibt es Hoffnung dass einige überleben und das Leben wieder eine gewisse Normalität bekommt. Abdi konnte nicht genug Ehre unserem Gott entgegenbringen, weil er wusste dass unser Gebet von Gott angenommen wurde und er Regen geschenkt hatte.

Liebe Grüsse, Thomass