Hallo zusammen,
Manchmal ist es faszinierend zu sehen, wie wenig nötig ist, um einen Unterschied im Leben eines Kindes, einer schwangeren Frau oder Menschen die anderweitig keine Möglichkeit haben sich selber zu helfen.
Hier ist unser Beispiel, die Buschklinik. Es braucht wirklich nur das äusserste minimum, wie in einem der vorherigen blogs schon beschrieben. Kinder die hier behandelt werden, finden es sicher nicht lustig, aber sie bekommen die wichtigsten Impfungen.
Da wir so weit rausfahren in die Buschsiedlungen werden wir immer wieder überrascht wie sehr die Menschen noch in ihrer Kultur verhaftet sind und Gegenstände benutzen, die sie wohl schon viele hunderte von Jahren benutzen. Stolz hält Hassan den Milchbehälter hoch indem Kamelmilch über längere Zeit aufbewahrt werden kann. Sie wird sauer gemacht, wird durch Rauch haltbar gemacht, bzw. der Behälter wird ausgeräuchert und desinfiziert. Das gibt der Milch den schönen rauchigen Geschmack, so ein bisschen wie Schinken.
Sammy ist der Apotheker hier unterm Baum. Sein Vater ist einer der dienstältesten Pastoren hier in der Stadt. Er kommt aus der Mount Kenya Region. Sammy aber ist hier geboren und aufgewachsen. Obwohl er durch sein äusseres Aussehen sich stark von dem ansässigen Volk unterscheidet, kennt er sie noch besser als sein eigenes Volk aus dem er stammt. Das macht ihn zum idealen Missionar. Er braucht sich nicht erst umgewöhnen, er kennt die Sprache schon ganz gut und kommt auch mit der Hitze gut zurecht. Leute wie ihn versuchen wir zu unterstützen und zu motivieren wo es nur geht. Auch er war bei uns in Kijabe zu dem training im Juli.
Die nächsten Bilder sind von der Zeit die wir in Kijabe mit 10 Teilnehmern hatten, Leuten aus zwei counties die entlang des Flusses Tana liegen. Man sieht gleich den Unterschied zwischen dem wunderschönen grün das Kijabe ausmacht und dem trockenen und wüstenhaften Nordosten kenias.
Die trainings sind immer sehr interaktiv und fordern die Teilnehmer heraus, aufzustehen, zu denken und zu überlegen wie sie in ihren Dörfern die freiwilligen motivieren können. Es geht darum sich den oft riesigen Herausforderungen zu stellen wie z.B. mit dem sehr hohen Anteil an Analphabeten so umzugehen dass es nicht die Arbeit beeinträchtigt. Kreative Lösungen müssen gefunden werden.
Eine der kreativen Lösungen ist es, die Schulkinder die wenigstens schon mal etwas lesen und schreiben können, mit einzuspannen.
Wie man im Hintergrund des Bildes sehen kann, wird richtig gearbeitet. Aktionspläne werden geschmiedet um nachhaltige Veränderungen zu errreichen. Einige von ihnen wollten kleine Gärtchen um die Klinik herum anlegen. Manche waren angetan von dem Moringa Baum, dem Wunderbaum, dessen Blätter einen sehr hohen Proteingehalt aufweisen. Könnte so etwas nicht die Ernährungssituation unsrer Kinder verbessern?, so fragten sich manche.
Wenn alles getan ist, die Aktionspläne ausgearbeitet und vorgestellt, die Zertifikate überreicht, dann ist Zeit zum foto shooting. Kijabe ist oftmals für Menschen die aus dem heissen und trockenen Nordosten kommen wie ein Besuch in einer Oase. Manche sehen zum ersten mal in ihrem Leben grünes Gras oder so schöne Rosen wie sie hier überall zu finden sind.
Schöne Grüsse, Thomas
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