Sonntag, 25. Mai 2008

sonntagspost

Hallo,

es ist Sonntag morgen und draussen ist es wunderschoen, es ist noch relativ warm obwohl die kalte Jahreszeit im Anmarsch ist. Wollte kurz berichten von dem was letzte Woche geschehen ist. Im letzten blog hatte ich von dem trip in das Fluechtlingslager berichtet. Inzwischen sind schon etliche der Patienten bei uns angekommen, die dort gesehen wurden. Es ist immer total interessant zu sehen, wie eingeschuechtert und aengstlich die Leute bei uns sind, wenn sie ganz neu sind. Dann nach 3-4 Tagen sieht man sie dann zum ersten mal laecheln, nachdem sie gemerkt haben, dass wir es gut mit ihnen meinen und keine boesen Absichten haben. Man muss sich das mal vorstellen, sie kommen aus einem Land wo kein English und kein Kiswaheli gesprochen wird, d.h. man ist wie taubstumm, man moechte verstehen und kommunizieren, kann es aber nicht. Die Aerzte und Krankenschwestern sind ebenfalls frustriert und kommen sehr schnell an ihre Grenzen wenn es um die Krankengeschichte geht. Da ist es immer wieder sehr schoen, wenn ich oder Doerte dazwischen kommen kann und eine Bruecke des Verstehens bauen kann. Das sind dann oft die Momente wo das erste Laecheln auftaucht, vielleicht noch etwas versteckt, aber man hat sich schon mal verstanden.

Keiner dieser Menschen hat das Leben im Fluechtlingslager gewaehlt, viele sind schon seit 17 oder 18 Jahren in diesen Lagern, so lang der Krieg in Somalia vor sich hin wuetet. Fast alle von ihnen sind auf die Gnade der UN oder anderen grossen Organisationen angewiesen. Jedenfalls beten wir weiter dass sich die Dinge fuer viele von ihnen grundlegend aendert und sich die Lage normalisiert in Laendern wie Somalia oder Sudan.
Wuensche eine gute Woche, Thomas

Samstag, 24. Mai 2008

saturday evening news

Hello,
A quick hello from the other side of the world. Some of those I mentioned last week actually came from the Refugee camp in order to get some of their healthproblems fixed. It is so interesting to see the brandnew arrivals, how timid and nervous they are when they come into a foreign place like our hospital. And it is even more exciting to see their first smiles after two or three days, after they have realized that all of us mean well with them and are here to do good to them. If you just imagine for a moment that you are in a foreign land, you are sick, you are desperate, but you have no clue whatsoever what people around you are talking. You don't know whether they are backbiting you or whether they are out to do something very bad to you. On the other hand sometimes the doctors and the nurses are totally frustrated when they can't communicate or are just guessing of what the problem might be. Then it is very rewarding to come in between and get the communication going and build a bridge and bring understanding. It is amazing how important language is and many a times we take it for granted that when we talk people will understand what we are saying.
Most of these people from Somalia never have learned any other language other than the one they sucked with their mothers milk. And they never chose to be refugees, they never wanted to leave home, but because of the war they had to and are now depending on the mercies of UN or some of the NGO's. Many times I really feel for our friends from those camps, and I am thanking God for our place which can offer great help for otherwise totally hopeless cases.
Our prayer still goes out to those in wartorn places like Somalia and Sudan and so many other African countries,
have a lovely weekend, Thomas

Samstag, 17. Mai 2008

samstag news

hallo,
an diesem Samstag abend bin ich noch kurz am reflektieren ueber das gute was in dieser Woche geschehen ist. Gerade eben war ich noch mit unserem Kinderchirurgen zusammen, der vor kurzem aus dem größten Flüchtlingslager in Afrika zurueckkam. Das Lager befindet sich im Nordosten Kenyas ganz nahe an der somalischen Grenze und beherbergt etwa 200.000 somalische Flüchtlinge. Der Arzt, selber noch recht jung, und noch nicht lang in Afrika, war voellig ueberwaeltigt von den menschlichen Tragoedien, die dort auf engstem Raum konzentriert sind. Man findet dort alles, von schlimmen Schusswunden hin zu Krebsgeschwueren, Brandwunden und was man sich sonst noch alles vorstellen kann. Der junge Arzt war mit einem Team von unserem Krankenhaus dort auf einem Einsatz, wo fast rund um die Uhr operiert wurde fuer etwa eine Woche. Die Operationen, die bessere Umgebung brauchen wurden dann zu uns verwiesen, d.h. wir werden die naechsten Monate wieder einen ungebrochenen Zuwachs an Patienten aus Somalia haben.
Wir schauen immer wieder auf diesen einzigartigen Platz, der unser Krankenhaus ist, und staunen darueber, wie dieses kleine Hospital zu einem Ort der Hoffnung fuer tausende von Somalis geworden ist.
Uebrigens zahlt die deutsche Regierung fuer die meisten Fluechtlinge die Krankenhausrechnung. GTZ ist der Arm der deutschen Regierung und ist mit UN Koerpern der wichtigste part in der Versorgung derer die aus ihrem Land geflohen sind.
Diese Woche hatte ich Gelegenheit bei einer Konferenz teilzunehmen wo alle die, die im Norden Kenias mit den kleinen Staemmen arbeiten, zusammenkommen. Wir waren alle ueberrascht zu sehen, wie viele doch Interesse an diesen Randgruppen haben. Wir haben uns verpflichtet in Zukunft mehr zusammenzuarbeiten und einander zu helfen, so weit dies moeglich ist.
So viel fuer heute, schoenes Wochenende, Thomas

english news

Hi,
on this saturday night I want to look back at this week and see what many good things were in it. Actually just a few minutes ago I talked to my neighbour who is a childrens surgeon. He came back from one of the largest refugee centers in Africa which is located close to the Somaliborder in the northeastern part of Kenya. The camp houses around 200.000 Somalirefugees and is literally overflowing with new arrivals. As you know even from my reports on the ongoing civilwar in our neighbouring country the flow of desperate Somalis who have no choice but to run for their lives, continues pouring into our country. There our doctors operated almost round the clock, from tumors to gunshotwounds, burns and fractures and whatever you may think of. The need there is almost too much to comprehend. But many of the cases which were seen are now referred to our Hospital and there will be treated and much of it will be paid by the German government, through GTZ.
On a more positive note I want to mention that I was able to attend another one day conference where many players in the outreach to tribes specifically in Northern Kenya came together to strategize and brainstorm. We were all surprised to see how many different organisations and agencys are actively trying to do great things for those marginalized groups of people.
I came out encouraged and we are all looking forward to network and help one another in our different ministries.
Have a lovely weekend, Thomas

Samstag, 10. Mai 2008

neues von der woche

Hallo,
Hier wieder nachrichten aus Kenia. Die Zeit fliegt nur so dahin, besonders jetzt wo wir kurz vor unserem Abflug nach Deutschland sind. Es ist noch nicht mal mehr ein Monat, bis Doerte und ich dann abfliegen. Hanna-Joy wird zum ersten mal in einem Internat schlafen. Bis jetzt hatte sie immer noch den Vorzug bei uns zuhause zu sein. Diese eine Woche wird sie bei ihren Freunden sein waehrend Benjamin bei seinem Schweizer Freund sein darf. Wir hoffen, dass die Kinder diese Zeit gut verkraften. Aber inzwischen sind sie hier fest etabliert und fuehlen sich sehr wohl.
Waehrend hier in Kenya der Frieden wieder relativ eingekehrt ist, einige Probleme gibt es noch mit der Rueckfuehrung der internen Fluechtlinge, richtet sich unser Augenmerk wieder verstaerkt auf Somalia. Dort intensiviert sich die Auseinandersetzung zwischen den Kraeften die dort herrschen. Wir schaetzen den Frieden umso mehr, nachdem wir so unmittelbar die Auswirkung von Gewalt und kriegsaehnlichen Zustaenden hier in diesem Land erlebt haben. Hier in Kenya waren es ja nur ein paar Monate, und nur so uns soviele Opfer, waehrend in Somalia der Krieg seit 18 Jahren vor sich hin wuetet und kein Ende in Sicht ist, und die Opfer inzwischen schon laengst nicht mehr gezaehlt werden. Es ist ein vergessener Konflikt, die Welt interessiert sich kaum dafuer und dennoch geht das Leiden weiter mit zunehmender Gewalt. Wir bekommen fast taeglich Opfer dieser Gewalt, die sich doch tausend Kilometer weit von uns abspielt, in unser Krankenhaus. Einer unserer Freunde, der mit einer Kugel im Bauch zu uns kam, wurde von seinem Freund angeschossen. Er beklagt den Zustand seines Volkes, das voellig im Dunkeln ist, und nur noch von Hass und Gewalt regiert wird. Der Strom von Fluechtlingen reisst nicht ab. Manche kommen nur zur Behandlung, muessen aber zurueck, weil die Familienangehoerigen noch dort sind. Andererseits gewoehnt man sich offensichtlich an alles. Selbst die taeglichen Bombardierungen koennen zur Normalitaet werden, und die Vergewaltigungen und die willkuerlichen Toetungen usw.
Viele sind traumatisiert und brauchen dringend Hilfe, um ueber die schlimmen Dinge hinweg zu kommen. Wir beten dass der Koenig des Friedens bald kommt und einen neuen Anfang schenkt,
Schoenes Wochenende, Thomas

english update

Hi,
time is flying by, especially now as we are getting ready to go to Germany in less than a month from now. Dorothy and I will be going on 7th of June, Hanna-Joy will be in the dorm here at RVA and Benjamin will stay with friends here on the station. For Dorothy it will be only one week to be out of Africa until she joins the kids again.
Things are cool here in Kenya and our focus is more and more directed towards Somalia. We are grateful to be able to live in a peaceful nation again, even after it looked terrible for a short while. We just so appreciate peace and what it means for a nation to have peace and freedom. Living in fear and not knowing when the killers may strike is just terrorizing. The short period of terror Kenya has experienced in those few months early this year was a shock for the entire region of East Africa. Just imagine that Somalia is going through this now for 18 years. People are traumatized and hurt for a lifetime. The thing is, that you get used to almost everything, that means that even war and killings and rape, becomes normal, it becomes the order of the day.
One of our friends here in the hospital, was shot in the lower abdomen by his colleague for no apparent reason. He spent many months in different Hospitals and was already given up. Yet, one doctor told him that he is gonna live and come out of this. He testified to me, that the only thing he has seen in that country is darkness and hate. Life has become worth nothing and people don't value this precious thing God has given to us. The power of the gun is ruling in so many places in Somalia. People are literally crying out to God to restore that nation once again.
May the prince of peace come, have a lovely weekend, Thomas

Samstag, 3. Mai 2008

deutsche news

Hallo,
Herzlichen Gruss aus Kenya. Gestern war ich mit einem unserer Aerzte wieder
im Somalistadtviertel um unsere kleine Klinik zu betreiben. Gestern hatte
alles einen etwas anderen Geschmack als sonst. Das kam daher, dass die Nacht
vorher das Haus eines Al-Shabab Leiters, eine terroristische Gruppe, von
einer amerikanischen Rakete beschossen wurde und alles was in und um das
Haus war zerstoert hatte. Das Haus befindet sich in eienr kleinen zentral
somalischen Stadt, und die Rakete kam von einem amerikanischen Kriegschiff
draussen im indischen Ozean. Man hat es wohl schon mehrere male versucht,
diesen Mann zu toeten, dieses mal haben sie die Praezision der
Satellitentechnik genutzt und mitten in der Nacht geschossen. Als wir dann
im Somalistadtviertel waren, kamen einige recht unangenehme Bemerkungen
ueber Weisse und vor allem Amerikaner. Der Arzt, mit dem ich unterwegs war,
ist Amerikaner. Einer stand auf und war sehr ungehalten und sagte er wuerde
nach Somalia gehen und im Jihad fuer Allah kaempfen und wenn noetig sterben.
Aber insgesamt haben wir dort einen sehr guten Namen und unser Dienst dort
wird im allgemeinen sehr geschaetzt, und der Name unseres Krankenhauses hat
einen sehr guten Ruf vor allem in der somalischen Bevoelkerung.
Den Tag vorher fuhr ich mit einigen Kollegen nach den Sueden von Kenia an
die tansanische Grenze, wo zwei Staedte die urspruenglich den Massai
gehoerten, inzwischen fast ganz von Somalis dominiert sind. Viele tausend
Somalis sind in diese Staedte immigriert und haben innerhalb weniger Jahre
das Gesicht der Stadt total veraendert. Die eine Stadt hat inzwischen 6
Moscheen und Madrassas. Das Ziel unserer Reise war, die lokalen Pastoren zu
ermutigen ihre neuen Nachbarn mit dem Wort Gottes und der Liebe Gottes zu
erreichen, anstatt sie mit den alten Waffen zu bekaempfen. Denn es kam
inzwischen schon zu einigen Kleinkriegen, die zu sehr unguten Gefuehlen
zwischen den beiden Gruppen gefuehrt haben. Massai gehen sehr gut mit Pfeil
und Bogen und Speeren um, und scheuen sich in der Regel auch nicht diese zu
benutzen, wenn es darauf ankommt. Wir wollen die Kirche ermutigen die Waffen
des Geistes zu benutzen und ihre Nachbarn lieben zu lernen, auch wenn die
Kulturen so verschieden sind.
Euch allen ein schoenes Wochenende, Thomas

Freitag, 2. Mai 2008

news in english

Hi,
Just came back from our clinic in the Somalisection of Nairobi. It was interesting to be there the day after the bombing of a town in central Somalia. The american missile attack targeted a subgroup of Al Qaeda and hit the house where its leader was residing. During the raid 9 people died including the leader of the group. We could feel quite a bit of tension especially with an american in our group. One said to the doctor, thanks for treating my mom, but I am going to Somalia and fight in the Jihad there, and die in the cause of Allah. He was a very angry man, and one can see that people are torn, they want to like us for what we are doing, but in the same time they should hate us, for whom we represent. It is a difficult situation for many. The country is in pieces and there is no immediate hope for a political solution for the countries problems.
One day earlier we went down to the border of Tansania, a small town called Namanga. There are actually two towns which are almost completely taken over by Somalis. We went down there in order to encourage local Pastors to see this as an opportunity for them to reach the people with the Gospel. The local Massai population including the leadership of the towns are intimated by the massive growth and aggression of the Somali influx and with it the growth of Islam in that area. Some of the indigenous people started to fight the recent immigrants with weapons only to realize that this is not the right way to go. Over time the locals also saw that Islam is indeed a foreign religion for them and they started taking their kids out of their schools and refused their girls to be married by Muslim men. In a sense it is quite impressive in what speed these people are moving into a place and have the capability of adapting to a new place and almost colonise an area. We are praying now that the local pastors and christians would lose their fear and go out boldly and share the love of God with these new immigrants to their land and would use the weapons God has given to us, that is love and prayer.
Have a great weekend, Thomas