Hallo,
Hier wieder nachrichten aus Kenia. Die Zeit fliegt nur so dahin, besonders jetzt wo wir kurz vor unserem Abflug nach Deutschland sind. Es ist noch nicht mal mehr ein Monat, bis Doerte und ich dann abfliegen. Hanna-Joy wird zum ersten mal in einem Internat schlafen. Bis jetzt hatte sie immer noch den Vorzug bei uns zuhause zu sein. Diese eine Woche wird sie bei ihren Freunden sein waehrend Benjamin bei seinem Schweizer Freund sein darf. Wir hoffen, dass die Kinder diese Zeit gut verkraften. Aber inzwischen sind sie hier fest etabliert und fuehlen sich sehr wohl.
Waehrend hier in Kenya der Frieden wieder relativ eingekehrt ist, einige Probleme gibt es noch mit der Rueckfuehrung der internen Fluechtlinge, richtet sich unser Augenmerk wieder verstaerkt auf Somalia. Dort intensiviert sich die Auseinandersetzung zwischen den Kraeften die dort herrschen. Wir schaetzen den Frieden umso mehr, nachdem wir so unmittelbar die Auswirkung von Gewalt und kriegsaehnlichen Zustaenden hier in diesem Land erlebt haben. Hier in Kenya waren es ja nur ein paar Monate, und nur so uns soviele Opfer, waehrend in Somalia der Krieg seit 18 Jahren vor sich hin wuetet und kein Ende in Sicht ist, und die Opfer inzwischen schon laengst nicht mehr gezaehlt werden. Es ist ein vergessener Konflikt, die Welt interessiert sich kaum dafuer und dennoch geht das Leiden weiter mit zunehmender Gewalt. Wir bekommen fast taeglich Opfer dieser Gewalt, die sich doch tausend Kilometer weit von uns abspielt, in unser Krankenhaus. Einer unserer Freunde, der mit einer Kugel im Bauch zu uns kam, wurde von seinem Freund angeschossen. Er beklagt den Zustand seines Volkes, das voellig im Dunkeln ist, und nur noch von Hass und Gewalt regiert wird. Der Strom von Fluechtlingen reisst nicht ab. Manche kommen nur zur Behandlung, muessen aber zurueck, weil die Familienangehoerigen noch dort sind. Andererseits gewoehnt man sich offensichtlich an alles. Selbst die taeglichen Bombardierungen koennen zur Normalitaet werden, und die Vergewaltigungen und die willkuerlichen Toetungen usw.
Viele sind traumatisiert und brauchen dringend Hilfe, um ueber die schlimmen Dinge hinweg zu kommen. Wir beten dass der Koenig des Friedens bald kommt und einen neuen Anfang schenkt,
Schoenes Wochenende, Thomas
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