Hallo,
Herzlichen Gruss aus Kenya. Gestern war ich mit einem unserer Aerzte wieder
im Somalistadtviertel um unsere kleine Klinik zu betreiben. Gestern hatte
alles einen etwas anderen Geschmack als sonst. Das kam daher, dass die Nacht
vorher das Haus eines Al-Shabab Leiters, eine terroristische Gruppe, von
einer amerikanischen Rakete beschossen wurde und alles was in und um das
Haus war zerstoert hatte. Das Haus befindet sich in eienr kleinen zentral
somalischen Stadt, und die Rakete kam von einem amerikanischen Kriegschiff
draussen im indischen Ozean. Man hat es wohl schon mehrere male versucht,
diesen Mann zu toeten, dieses mal haben sie die Praezision der
Satellitentechnik genutzt und mitten in der Nacht geschossen. Als wir dann
im Somalistadtviertel waren, kamen einige recht unangenehme Bemerkungen
ueber Weisse und vor allem Amerikaner. Der Arzt, mit dem ich unterwegs war,
ist Amerikaner. Einer stand auf und war sehr ungehalten und sagte er wuerde
nach Somalia gehen und im Jihad fuer Allah kaempfen und wenn noetig sterben.
Aber insgesamt haben wir dort einen sehr guten Namen und unser Dienst dort
wird im allgemeinen sehr geschaetzt, und der Name unseres Krankenhauses hat
einen sehr guten Ruf vor allem in der somalischen Bevoelkerung.
Den Tag vorher fuhr ich mit einigen Kollegen nach den Sueden von Kenia an
die tansanische Grenze, wo zwei Staedte die urspruenglich den Massai
gehoerten, inzwischen fast ganz von Somalis dominiert sind. Viele tausend
Somalis sind in diese Staedte immigriert und haben innerhalb weniger Jahre
das Gesicht der Stadt total veraendert. Die eine Stadt hat inzwischen 6
Moscheen und Madrassas. Das Ziel unserer Reise war, die lokalen Pastoren zu
ermutigen ihre neuen Nachbarn mit dem Wort Gottes und der Liebe Gottes zu
erreichen, anstatt sie mit den alten Waffen zu bekaempfen. Denn es kam
inzwischen schon zu einigen Kleinkriegen, die zu sehr unguten Gefuehlen
zwischen den beiden Gruppen gefuehrt haben. Massai gehen sehr gut mit Pfeil
und Bogen und Speeren um, und scheuen sich in der Regel auch nicht diese zu
benutzen, wenn es darauf ankommt. Wir wollen die Kirche ermutigen die Waffen
des Geistes zu benutzen und ihre Nachbarn lieben zu lernen, auch wenn die
Kulturen so verschieden sind.
Euch allen ein schoenes Wochenende, Thomas

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