Dienstag, 13. Februar 2018

Madogo Jugend Camp

Keine Angst vor Cholera

Letzte Woche waren in unserem Nachbarort Madogo gar keine schönen Schlagzeilen zu hören. Zuerst hiess es dass zwei Wachleute mit aufgeschlitzten Kehlen in einem Baumarkt aufgefunden wurden. Dann dauerte es nicht lange bis sich die Stimmung so aufgeheizt hatte, dass ein richtiger Stammeskrieg draus wurde mit mehreren Toten und vielen Verletzten. Die Polizei griff mit Tränengas und leider auch mit scharfer Munition ein um die verfeindeten Parteien auseinanderzutreiben. 
Fast zeitgleich hiess es dass die Choleragefahr inzwischen zu einem echten Problem geworden ist. Man spricht bei einem bestätigten Cholerafall von einer Epidemie weil die Krankheit sich unglaublich schnell ausbreitet. Die hygienischen Verhältnisse sind in der kleinen, aber sehr dicht besiedelten Stadt sehr schlecht. Nur wenige Haushalte verfügen über eine Toilette, Handwaschvorrichtungen gibt es so gut wie gar nicht. Natürlich auch kein fliessendes Wasser. 
Da führt dann ganz schnell eins zum andern und die Katastrophe ist schon vor der Tür. 
Zusammen mit einem Kollegen hatten wir einen Jugendtag in der Stadt Madogo geplant. Die Frage war, kann es trotzdem durchgeführt werden? Mit einigen Auflagen vom Gesundheitsamt, wie z.B. kein gekochtes Essen von den Hotels, ( die waren inzwischen schon fast alle geschlossen worden), und einige andere Vorsichtsmassnahmen. 
Fast pünktlich um 8 konnten wir etwa 70 Jugendliche willkommen heissen und sie ermutigen in ihrer Lebensplanung. Unsere Zielgruppe waren die Jugendlichen, die ziemlich schlecht in der High School abgeschlossen hatten und somit ihre Zukunftsplanung schon im Abgrund verschwinden sahen. 
Sie kamen aus den kleinen Dörfern entlang des Tana River, aus sehr armen Familien. Über 95% der Teilnehmer waren Muslime und es war eine Freude mit ihnen an diesem Tag zusammen zu arbeiten, und ihnen Hoffnung zu geben durch persönlich erlebte Geschichten, und natürlich vom Wort Gottes denn von dort kommt die Ermutigung schlechthin, so konnten wir ihnen weitergeben dass Gott selber an ihren individuellen Lebensplanungen sehr interessiert ist und gute Pläne für sie hat.
Neben einer Menge Spass den wir zusammen hatten, konnten wir auch ganz praktische Dinge lernen, z.B. die Herstellung von Seife, und den simplen Bau einer Handwaschvorrichtung aus alten Containern. 
Und heute als krönenden Abschluss brachten wir sie noch nach Garissa University um zum ersten mal eine Institution höheren Lernens zu betreten. Wir waren sehr beeindruckt von der Uni Verwaltung mit wie viel Liebe und Engagement sie den jungen Leuten das Lernen schmackhaft gemacht haben. 









Montag, 12. Februar 2018

Dörte beim Internationalen Tag gegen FGM


Ein Marsch durch die Stadt

Letzte Woche war der internationale Tag gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen. Diese Praxis wird bis heute noch in weiten Teilen Somalias und Nordost Kenias durchgeführt. Kulturelle Praktiken brauchen lange bis sie verbannt werden können. Mädchen die nicht beschnitten wurden finden nur schwer einen Heiratspartner. Meist sind es die Eltern, noch mehr die Mütter, die darauf drängen dass die Mädchen mit ungefähr 8 Jahren diese Tortur durchmachen müssen. Die Folgen von dieser Beschneidung sind furchtbar, nicht nur körperlich sondern auch psychisch. 
Unsere Partnerin die hier in der Stadt eine kleine Klinik betreibt ist eine ausgesprochen aktive Gegnerin dieser Form von Verstümmelung. Sie geht auf die Strasse, nimmt an Foren teil, und ergreift jede Gelegenheit das Wort zu ergreifen um den Menschen zu zeigen dass es weder medizinisch einen Vorteil hat, noch dass die Praxis religiös motiviert ist. 
Hier seht Ihr Dörte beim Tanz auf dem Hauptplatz in der Stadt. Auch wenn manches in Kisuaheli gesprochen ist, kommt doch durch dass die vom Staat verbotene Praxis von den Staatsdienern nun endlich unterbunden werden möge. 
Viel Spass beim anschauen des Videos