Keine Angst vor Cholera
Letzte Woche waren in unserem Nachbarort Madogo gar keine schönen Schlagzeilen zu hören. Zuerst hiess es dass zwei Wachleute mit aufgeschlitzten Kehlen in einem Baumarkt aufgefunden wurden. Dann dauerte es nicht lange bis sich die Stimmung so aufgeheizt hatte, dass ein richtiger Stammeskrieg draus wurde mit mehreren Toten und vielen Verletzten. Die Polizei griff mit Tränengas und leider auch mit scharfer Munition ein um die verfeindeten Parteien auseinanderzutreiben.
Fast zeitgleich hiess es dass die Choleragefahr inzwischen zu einem echten Problem geworden ist. Man spricht bei einem bestätigten Cholerafall von einer Epidemie weil die Krankheit sich unglaublich schnell ausbreitet. Die hygienischen Verhältnisse sind in der kleinen, aber sehr dicht besiedelten Stadt sehr schlecht. Nur wenige Haushalte verfügen über eine Toilette, Handwaschvorrichtungen gibt es so gut wie gar nicht. Natürlich auch kein fliessendes Wasser.
Da führt dann ganz schnell eins zum andern und die Katastrophe ist schon vor der Tür.
Zusammen mit einem Kollegen hatten wir einen Jugendtag in der Stadt Madogo geplant. Die Frage war, kann es trotzdem durchgeführt werden? Mit einigen Auflagen vom Gesundheitsamt, wie z.B. kein gekochtes Essen von den Hotels, ( die waren inzwischen schon fast alle geschlossen worden), und einige andere Vorsichtsmassnahmen.
Fast pünktlich um 8 konnten wir etwa 70 Jugendliche willkommen heissen und sie ermutigen in ihrer Lebensplanung. Unsere Zielgruppe waren die Jugendlichen, die ziemlich schlecht in der High School abgeschlossen hatten und somit ihre Zukunftsplanung schon im Abgrund verschwinden sahen.
Sie kamen aus den kleinen Dörfern entlang des Tana River, aus sehr armen Familien. Über 95% der Teilnehmer waren Muslime und es war eine Freude mit ihnen an diesem Tag zusammen zu arbeiten, und ihnen Hoffnung zu geben durch persönlich erlebte Geschichten, und natürlich vom Wort Gottes denn von dort kommt die Ermutigung schlechthin, so konnten wir ihnen weitergeben dass Gott selber an ihren individuellen Lebensplanungen sehr interessiert ist und gute Pläne für sie hat.
Neben einer Menge Spass den wir zusammen hatten, konnten wir auch ganz praktische Dinge lernen, z.B. die Herstellung von Seife, und den simplen Bau einer Handwaschvorrichtung aus alten Containern.
Und heute als krönenden Abschluss brachten wir sie noch nach Garissa University um zum ersten mal eine Institution höheren Lernens zu betreten. Wir waren sehr beeindruckt von der Uni Verwaltung mit wie viel Liebe und Engagement sie den jungen Leuten das Lernen schmackhaft gemacht haben.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen