Vor einigen Wochen wurde der Friede den wir ueber viele
Jahre in Kijabe hatten ploetzlich gestoert. Eines nachmittags kam ich vom
Krankenhaus nach Hause wollte mir etwas zu Essen machen hatte aber das Gefuehl
dass etwas nicht so war wie es immer war. Es war keiner zuhause. Die Kinder
waren in der Schule, Doerte war zu einem Seminar unterwegs und die Frau die
sonst etwas hilft war an diesem Tag nicht da, weil sie ihren Sohn zur Schule
bringen wollte.
Als ich so an meinem Essen sass wurde das Gefuehl staerker
dass etwas anders war als sonst und ich stand auf und bin ins Schlafzimmer und
fand den ganzen Rest der Wohnung voellig im Chaos. Schubladen waren
herausgezogen und ihr ganzer Inhalt war umhergestreut. Geldbeutel waren
geoeffnet und alles kenianische Bargeld war gestohlen. Interessanterweise waren
Euros und Dollars nicht beruehrt worden. Kameras und Telefone wurden ebenfalls
mitgenommen und ein schooner Rucksack von Joas Benjamin war ebenfalls
mitgenommen worden, wahrscheinlich um das Diebesgut mitzunehmen. Das kurioseste
an der ganzen Geschichte war dass der Dieb sich in Joas Benjamins Zimmer
umgezogen hat, seine eigenen Sachen dort zurueckgelassen hat und sich von J.B.’s
Sachen neu eingekleidet hatte.
Natuerlich habe ich dann gleich die Sicherheitsleute vom
Krankenhaus angerufen und dann etwas spaeter die Polizei. Allerdings hatten wir
etws gezoegert ob oder ob nicht die Polizei einzuschalten. Letztlich bin ich
dann noch zur Polizeistation und habe Anzeige erstattet. Die Polizei bat mich
dann doch mit meinem Auto vorbeizukommen um sie abzuholen weil sie kein Auto
haben. Natuerlich habe ich das gemacht, man hat sich die Szene angeschaut und
vage Hoffnungen gemacht dass der Dieb erwischt werden wuerde.
Eine Weile tat sich dann gar nichts bis ich dann einen Anruf
von der Polizei erhielt mit der Nachricht dass der Dieb gefasst worden waere.
Ich habe mich aufgemacht und bin zur Wache um dem Dieb gegenueber zustehen. Er
berichtete genau wie er in das Haus kam, und zwar hat er sich durch die
Gitterstaebe des Schlafzimmerfensters gequetscht. Bis heute ist es mir ein
Raetsel wie ein 17 jaehriger sich so duenn machen kann dass er da durchpasst.
(Die Gitter sind 21cm x 27cm). Weiter hat er minutioes genau aufgezaehlt was er
alles mitgenommen hat und wie die Tat herging. Danach haben wir innerlich einen
Schlusstrich gezogen im Glauben dass damit alles seine Ordnung haben wird und
der Junge im Knast zumindest etwas ueber seine Tat nachdenken kann. Alles was
er mitgenommen hat, hat er gleich an der
naechsten Hauptstrasse zu Geld gemacht. Videokamera und dergleichen sind
schon schmerzhafte Verluste.
Wenig spaeter allerdings ging die Dieberei auf der ganzen
Station weiter und zwar noch dreister als zuvor. Mehrere Haeuser wurden auf die
gleiche Weise betroffen und viele wertvolle Dinge entwendet. Man hat echt
ueberlegt ob man die Haeuser noch alleine lassen kann. Wenig spaeter stellte
sich heraus dass der gleiche Dieb der mir seine Geschichte so schoen erzaehlt
hat aus der Polizeihaft entwischt war und froehlich weitergemacht hat. Wenig
spaeter wurde er wieder verhaftet und hoffentlich etwas sicherer verwahrt. Er selber hat es ueberlebt, waehrend sein
eigener Bruder der beim Gemueseklauen erwischt wurde bei lebendigem Leibe vom
mob gelyncht wurde und mit einem Reifen ueber dem Koerper verbrannt wurde.
Ein trauriges Ende fuer eine Familie, der Vater wurde nicht
lange vorher von der Polizei erschossen, der Bruder gelyncht und nun sitzt der
naechste erst mal wohl fuer etwas laengere Zeit im Knast. So weit zum unserem
Thema: Diebesgeschichten
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