Die Zahlen steigen
Ungefähr jeden zweiten Tag gibt es eine Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister Mutahi Kagwe. Er gibt die neuen Zahlen bekannt und ermahnt die Gesellschaft sich an die Regeln zu halten, den Abstand von etwa 2 Metern zur nächsten Person einzuhalten. Ruft dazu auf, gründlich die Hände zu waschen und auf das Wohl des anderen zu achten indem alle verantwortlich handeln.
Die heute bekannt gegebenen Zahlen sind, obwohl noch verhältnismässig niedrig, doch besorgniserregend. Vor allem sind wir jetzt bei einer lokalen transmission angekommen. Es sind nicht mehr länger die vom Ausland eingeflogenen Träger. Inzwischen sind viele counties betroffen.
Der county indem wir beheimatet sind, wird von diesem netten Herrn mit geleitet. Es handelt sich hier um den stellvertretenden Gouverneur des Garissa county. Um ihn herum hat sich ein Kommittee gebildet das sich etwa alle 14 Tage trifft, bis heute noch in einem Raum. In Zukunft sollen aber auch diese Treffen virtuell abgehalten werden um Ansteckung zu vermeiden und ein positives Beispiel für die Bevölkerung zu sein.
Bei dieser Art von Kommittee ist es wichtig dass möglichst eine breite Aufstellung von Behörden und Partnern dabei ist. Der Mann in Uniform ist der Polizeikommandant und damit für die Sicherheit zuständig. Seit einer Woche ist eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. So etwas kann nur durch Polizei durchgesetzt werden, leider manchmal auch mit roher Gewalt.
Im Sitzungssaal des Gouverneurs wird debattiert über die beste und sinnvollste Weise den "Krieg gegen das Virus", wie es inzwischen genannt wird, strategisch zu führen. Es ist keine leichte Aufgabe gegen kulturelle, finanzielle und gesellschaftliche Normen anzugehen die den Kampf erschweren. Eine Situation die heute diskutiert wurde ist das Rauschmittel "Khat". Täglich werden Tonnenweise von diesem Stimulant per Landcruiser in alle Gebiete die von Somalis bewohnt werden, transportiert. Seit Ausbruch der Coronakrise ist diese Droge offiziell verboten. Der Grund ist die Art und Weise wie sie gehandhabt wird. Sie läuft buchstäblich durch zahllose Hände und birgt daher grosses Risiko. Strengere Massnahmen sollen ergriffen werden und Hintertüren geschlossen werden.
Zum Schluss unsere lokalen Resourcen die wir nutzen. Unser Kijabe team hat schon angefangen Gesichtsmasken herzustellen, Auch diese Schutzmasken wie ich hier eine trage können gut und günstig selber hergestellt werden. Es braucht Klarsichtfolie, Schaumstoff, Gummiband und guten Kleber wie Pattex und schon kann mit wenig Geld Schutzkleidung zur Verfügung gestellt werden. Auch das Nähen von Masken ist denkbar einfach und die Stadt ist reich an Schneidern die mit ihren Nähmaschinen versuchen sich ihr tägliches Brot zu verdienen.
Möge wir alle unseren Beitrag leisten die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und sogar zu verhindern.
Bis demnächst auf diesem Kanal





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