Samstag, 28. März 2020

Der globale Ausnahmezustand

Kenya - keine Ausnahme

In diesen Tagen schreiben sehr viele auf allen Kanälen. Twitter, facebook und wie die verschiedenen sozialen medien auch heissen mögen. Es wird informiert und misinformiert. 
Natürlich wollen auch wir dass unsere Freunde auf dem laufenden sind in bezug auf unser Ergehen hier in Kenia. 
Ich muss sagen dass ich doch ganz schön stolz bin auf unsere Regierung. Sie machen bestimmt nicht alles richtig, aber ich glaube vieles doch. Eines davon ist die Rückholaktion von gestrandeten deutschen Touristen. Letzten Sonntag liess der kenianische Präsident verlauten dass ab Mittwoch nacht die Grenzen Kenias abgeriegelt werden um den Verlauf der Pandemie zu verlangsamen. Das schliesst natürlich auch den Luftraum ein so dass keine Flüge mehr aus Kenia raus oder rein gehen. (Wir versuchten in den verbleibenden Tagen noch unsere südafrikanische Kollegin nach Hause zu schaffen weil sie zu einer Risikogruppe gehört. War aber zu spät weil Südafrika schon Freitags vorher zugemacht hatte.) 
Wir sind keine Touristen insofern war diese Rückholaktion für uns nicht von Bedeutung. Es verblieb ein etwas bitterer Geschmack als klar wurde dass wir sozusagen eingesperrt sind im Lande. In einem Land das ziemlich genau 155 Intensivbetten hat und Deutschland dagegen fast 30.000 von solchen Betten hat. Diese Realität hilft uns, nicht auf Menschen zu vertrauen sondern auf Gott der unser Leben in der Hand hat. 


Im Vergleich zu den europäischen Ländern ist Afrika noch nicht so stark betroffen. Südafrika ist tatsächlich am stärksten betroffen und ist wie beschrieben schon komplett im lockdown. In Kenya haben wir seit gestern Ausgangssperre von abends 19 Uhr bis morgens um 5 Uhr. Die Regierung scheut noch davor zurück das Land und ihre Wirtschaft zu sehr lahm zu legen. Zu viele Menschen leben von der Hand in den Mund. Obwohl die Zahlen noch relativ niedrig sind, sind sie dennoch am steigen und die Angst vor der Krankheit ist fast anfassbar. Gleichzeitig ist es in einem Land wie Kenya unglaublich schwer durchzusetzen Abstand zu halten und von zu Hause aus zu arbeiten. Wer Bilder von slums in Afrika oder Indien gesehen hat kann sich vielleicht eine Vorstellung davon machen wie Menschen auf engstem Raum zusammen leben. 
Als Team haben wir in dieser Woche angefangen Vorrat an Lebensmitteln zu kaufen um für den Fall vorbereitet zu sein wenn Freunde und Nachbarn einfach nicht mehr genug zu essen haben werden. 
Im Land bereitet man sich auf eine Infektionswelle vor und wir wissen alle dass die Resourcen äusserst dürftig sind und wir ganz stark auf die Gnade Gottes angewiesen sind. Möge Gott barmherzig sein mit den wirtschaftlich schwachen Nationen um diese Krise gut zu überstehen. 
Bleibt gesund und bis bald

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