Die ungeplante Reise nach Deutschland im Januar 2020
Schon im Anfang Dezember '19 wurde mein Vater mit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Wir planten unsren Abschiedsbesuch für den 20. Januar. Wir wussten nicht wie schnell alles gehen würde. Ich flog auf Wunsch meines Vaters schon am 10. Januar voraus. Erstmal wurde ich in unserer Heimat mit einem schönen Geburtstagsfest überrascht, im House for all nations.
Schnell noch die guten Klamotten rausgesucht und hin zur Vorstellung mit den schmucken jungen Leuten.
Meinem Vater war es ganz wichtig noch das Abendmahl mit uns allen zu feiern. Dazu kam der Dorfpfarrer und baute seinen mobilen Altar auf dem Küchentisch auf. In kurzer Zeit wurde die Atmosphäre feierlich und wir wussten dass es das letzte mal sein wird dass wir dies zusammen begehen werden.
Es musste aber auch Zeit sein zwischendurch etwas ganz anderes zu machen. Dörte trifft sich hier mit ihrer Freundin Helga auf der höchsten Erhebung in Mittelfranken, dem Hesselberg zu einem Schneeausflug.
Auf einer unserer touren trafen wir uns mit Hanna-Joy in Karlsruhe und lernten eine ihrer besten Freundinnen kennen, die auch Studienkollegin ist. Sie kommt aus Kenia.
Schliesslich war es so weit. Am 17.2. morgens früh um 4 Uhr verstarb dann der Vater in meinem Beisein. Die ganze Familie war da um ihm die letzte Ehre zu erweisen, am Grab selber zur Beerdigung waren bewegende Worte zu hören.
Die Grabstelle wurde reich geschmückt und es war immer wieder schön noch ans Grab zu gehen und die Blütenvielfalt zu sehen und vor allem zu wissen dass der Vater eine Lücke hinterlässt die zu spüren ist.
Der Dorfpfarrer neben meinem alten Mutterle im Arm von meinem Bruder beim Leichenschmaus im Anschluss an die Beerdigung. Viele vom Dorf waren da, Freunde und Verwandte konnten sich bei der Gelegenheit wieder sehen.
Keine Ahnung was die beiden zu lachen hatten. Viele sagten dass mein 5 Jahre älterer Bruder aussieht als wären wir beide Zwillingsbrüder. Schön wenn sich Familie gut versteht und es auch in traurigen Situation etwas zu lachen gibt.
Noch mal der Pfarrer mit Oma und Benji und der Runde beim Kaffetrinken nach der Beerdigung in der Dorfkneipe.
Dieses Bild entstand wenige Tage nach der Beerdigung morgens um 4 kurz bevor meine Schwester uns beide zum Flughafen nach München fuhr. Wir flogen am 24.2. zurück nach Kenia. Dort angekommen ging es darum die Lage zu sondieren. Inwieweit haben die Al-Shabaab attacken die Lage in unserer Stadt verändert, wie hoch ist das Risiko für offensichtlich Nicht-Einheimische? Viele Fragen haben uns in der Zeit beschäftigt, wir fanden Antworten indem wir mit den relevanten Behörden ins Gespräch kamen und dann letztendlich uns ins Auto setzten und wieder nach Hause fuhren. Wir kamen nach etwa 10 Tagen in Nairobi und Kijabe wieder glücklich in unserem eigenen zuhause an.
Und so fühlte es sich an, extrem heiss, im Wohnzimmer abends um 8 Uhr noch 35 grad. Das war gar nicht leicht zu verkraften. Aber es war immer genug Gnade da um auch mit der Hitze fertig zu werden.
Das andere was wirklich anders war als man es aus Deutschland kennt, ist die Qualität des Wassers wie es aus der Leitung kommt. Dem Herrn sei Dank haben wir Filtersysteme die wir nutzen können um selbst Wasserqualitäten wie diese in sauberes und geniessbares Trinkwasser umzuwandeln.
Hitze und Wasser ist das eine, Al-Shabaab das andere und dazu kam jetzt auch bei uns die Panik um das coronavirus. Veranstaltungen werden abgesagt und im allgemeinen hat sich eine grosse Verunsicherung breit gemacht.
Auch in dieser veränderten Situation können wir Christus verkündigen der alle Angst besiegt hat.






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