Freitag, 4. März 2016

Einigkeit macht stark


Veränderung durch Kommunikation 

nach jahrzehntelanger verfehlter Entwicklungspolitik wuchs in den letzten Jahren die Erkenntnis, dass der Schlüssel zu positiver Veränderung in den Menschen selber liegt.
In organisierten workshops schauen wir uns gemeinsam all das gute an, das wir haben. Wir merken, wir sind gar nicht arm, sondern reich beschenkt. In Kleingruppen wird die Frage diskutiert warum dennoch unsere Kinder krank sind, unsere Männer trinken, und Frauen und Mädchen in der Prostitution landen.
Eine Auswahl von Personen aus dem Dorf kommen zusammen, da sind die Meinungsmacher, die Chiefs, die Pastoren, Regierungsbeamte und Geschäftsfrauen. Alle kommen zusammen um in einem mehrtägigen interaktiven workshop über die Probleme ihrer Heimatgemeinde zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Wir versuchen die Menschen aus ihrer Lethargie herauszuführen, indem sie auf ihr Potential sehen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln.
Für Dörte und mich ist der Ansatz nicht neu, aber es gibt viele gruppendynamische Prozesse zu lernen und so zu verinnerlichen dass wir sie als Gepäck quasi im Koffer dabei haben, während wir uns auf Dorfgesundheitsentwicklung vorbereiten.
Hier in Afrika und anderswo wird die Rolle des Mittlers immer wichtiger, es ist nicht der Lehrer der die Lösung bringt, es ist vielmehr das Öffnen der Augen das den Unterschied macht, und das Eröffnen einer gesunden Kommunikation zwischen allen Ebenen der Gemeinschaft.

Beispiel Kamburu:

ein Dorf etwa 40 km von Kijabe entfernt, inmitten der immergrünen Teefelder. Frauen und Männer pflücken die oberen 3 Blätter von der Teepflanze damit in den nahegelegenen Teeaufbereitungsanlagen das frisch geerntete  Gut zu Tee verarbeitet wird. Kenianischer Tee ist weltweit verbreitet und als Köstlichkeit geschätzt. Nebenbei bemerkt gedeiht die Teepflanze nur in hoch gelegenen Gebieten wo die Temperaturen relativ niedrig sind, Sonnenschein perfekt ist und Niederschläge fast täglich fallen.
Wer wünscht sich das nicht, das perfekte Klima, nicht zu heiss und nicht zu kalt? In den Birnenplantagen die ebenfalls hier zu finden sind, sind die Birnen kurz vor der Ernte, selbst Äpfel gedeihen hier. Kein Wunder dass die ersten Siedler die um die letzte Jahrhundertwende aus England hier ankamen, diese Region, das Hochland von Zentralkenia als fast paradiesisch empfanden.

Der Stamm der Kikuyu, 

die diese Gegend seit vielen Jahrhunderten bewohnen fing schon bald an sich gegen die Kolonialregierung Grossbritanniens aufzulehnen. In den 30 er und 40 er Jahren des letzten Jahrhunderts begann schleichend die Rebellion bis sie in den 50 er Jahren zu einem ausgedehnten Guerillakrieg wurde. Diese Rebellion ging als der Mau Mau Aufstand in die Geschichte ein, viele Menschen fielen dieser Rebellion zum Opfer, in der Mehrzahl waren es Kikuyu die den Preis für die Freiheit bezahlten.
1963 wurde der Anführer dieser Rebellion zum ersten Präsidenten der neu ausgerufenen Republik Kenya ernannt, Jomo Kenyatta. Der Union Jack machte Platz für die Flagge dieses neuen souveränen Staates.
Kamburu, der Ort an dem wir unseren workshop durchführen ist ganz in der Nähe von Jomo Kenyattas Heimatdorf, dort wo der Kampf um die Freiheit begann. Heute ist dieses Volk in Kenya am weitesten verbreitet und hat sehr grossen Einfluss in allen Bereichen des Lebens. Ihr Unternehmergeist und Risikobereitschaft zu Investitionen in jeder Art von Geschäften ist bewundernswert. Uhuru Kenyatta, der älteste Sohn Jomo Kenyattas  ist seit 2013 der vierte Präsident Kenyas. Uhuru kommt aus der Kisuaheli Sprache und bedeutet Freiheit. Jomo erlangte im Jahr der Geburt seines ersten Sohnes die Freiheit von der britischen Kolonialregierung. Daher der Name “Freiheit” des amtierenden kenianischen Präsidenten.
Viel muss noch getan werden damit Einigkeit entsteht zwischen den über 40 verschiedenen Volksgruppen die Kenya zu dem Land machen das es ist. Keine leichte Aufgabe für die Regierung Kenyattas.

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