Mittwoch, 31. März 2021

Ostern 2021

 Der März dieses Jahres führte Doortje und mich in den Norden Ugandas. In diesen Corona zeiten zu fliegen ist ja gar nicht so einfach. Erst mal muss der Coronatest her, es muss zeitlich passen, dass er nicht zu alt ist bevor man in den Flieger steigt. Das funktionierte so weit ganz prima. In Kampala, der Hauptstadt Ugandas, angekommen, wurden wir vom Taxi in einem Sozialzentrum abgesetzt, in dem eine junge, mutige, deutsche Frau einen Dienst unter unserer Volksgruppe angefangen hat. 



Am nächsten Morgen waren wir schon auf dem Weg nach Norden. Dort wo noch vor 10 bzw. 15 Jahren die berühmt berüchtigte "Lords Resistance Army" unter Joseph Kony auf brutalste Weise die Menschen von Süd Sudan und Nord Uganda terrorisierte. Inzwischen ist das Land befriedet und dennoch sind die vielen tausende von ehemaligen Kindersoldaten da. Mit einigen waren wir in engerem Kontakt und konnten ihre Geschichten uns anhören. 
Von der Stadt Kitgum die schon ziemlich weit im Norden liegt fuhren wir noch eine Stunde nördlich, recht nah an die südsudanesische Grenze heran. Dort ist ein richtig netter compound mit Rundhütten die vor einiger Zeit von einem deutschen Missionar gebaut wurden. 

Die beiden weissen hier im Bild waren einer der Hauptgründe warum wir uns auf den Weg nach Uganda gemacht haben. Alte Freunde die neues wagen wollen. Die Kinder aus dem Haus, noch geht etwas, Energie ist noch da, "lass es uns nocheinmal anpacken." Für uns war es ein Privileg uns mit dem Ehepaar zusammen die Möglichkeiten anzuschauen und gemeinsam zu reflekiteren.


Der ganze Stolz des Stammes der Acholi sind ihre Rinderherden. Die Hörner sind echt spektakulär.


Wir wünschen Euch ein gesegnetes Osterfest, der Herr ist auferstanden, Er ist wahrhaftig auferstanden.

Sonntag, 28. Februar 2021

Geräusche

 Wer spricht denn da?

In einem meiner Andachtsbücher werde ich darauf aufmerksam gemacht, auf meine Umgebungsgeräusche zu hören. Es ist 5:30 am morgen, ich versuche eine Zeit der Stille zu haben um Stärkung von Gott zu erhalten. Für die Dinge zu beten, die heute anstehen und um mein Leben auf Ihn auszurichten. 

Komplett umgeben von Moscheen, man schätzt dass die Zahl bei weit über 300 liegt. Jede Moschee verfügt über ein PA- System das den Ruf des Muezzin weit hinaus projiziert. Nach dem Ruf zum Gebet indem das inzwischen sehr bekannte Wort "Allahu Akbar" oftmals wiederholt wird, kommt eine Rezitation des Koran. Es entsteht eine Kakophonie gemischt mit der stark befahreren Strasse an der wir leben. Diese Strasse führt zum Tana Fluss, der Lebensader für die wasserarme Gegend. Hunderte von LKW's mit Wassertanks  fahren nur 5 Meter an unserem Haus vorbei. Es sind nicht die schadstoffarmen Laster. Viele der trucks sehen aus wie diese auf den Bildern. 

Manche von ihnen müssen noch aus den 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Der Schadstoffausstoss und die Lärmbelästigung wurde damals noch nicht so beachtet. 

Unser Grundstück teilen wir uns nicht nur mit netten Nachbarn, sondern auch mit einem Hühnerstall, der mehrere hundert heranwachsende Hähne beherbergt. Der Wettkampf um den lautesten Hahnenschrei beginnt schon um 3:30 morgens. Der Austragungsort ist ebenfalls nur wenige Meter vom Schlafzimmerfenster entfernt. 
Wenn dann mal eine kleine Pause im Wettkampf um die Lautstärke eintritt, hört man sogar die Zikaden draussen im Gebüsch vor dem Haus. Dann gibt es noch ein weiteres Geräusch das die Umgebung Afrikas enorm verändert hat. Das kommt von dem allgegenwärtigen "piki piki", dem Motorradtaxi. Vor Jahren schon wurden die billigen chinesischen Motorräder eingeführt. Sie haben das Transportwesen wahrscheinlich in allen Teilen Afrikas revolutioniert. Mit ihnen wird einfach alles und überall hin transportiert. Von Kohle zu lebendigen Ziegen. Natürlich Menschen aller Altersgruppen, oftmals 4 Personen auf einem Gefährt, selbstverständlich ohne Helm und meist auch ohne Licht. Um sich nachts besser bemerkbar zu machen ist die Hupe auf Dauerbetrieb gestellt. Gerne wird auch der Auspuff abgebaut damit man besser wahrgenommen wird. 
Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus der uns umgebenden Geräuschkulisse während das Herz einen Moment der Stille sucht um am morgen den Tag mit Gott zu beginnen. Manchmal schaffe ich es die Geräusche auszublenden. Manches mal geht das aber nicht. Die Töne werden zu Peinigern. Wie schön ist es aber dann wenn die Stimme Gottes dennoch durchkommt und tröstend zu mir spricht.
Einen schönen und gesegneten Sonntag