
Wunderschön ist es, wenn wie vor ein paar Wochen ein Team aus Kijabe zu uns kommt und sich von ganzem Herzen in die Arbeit hineinwirft und ohne Anzeichen von Müdigkeit bis spät in die Nacht arbeitet. Mit der Motivation, den Menschen die am meisten Hilfe brauchen, das zu geben was kein anderer bereit ist ihnen zu geben.
Das Team von Bethany Kids, 5 junge Männer, kam mit Landcruiser plus Anhänger, voll geladen mit Einzelteilen für Rollstühle. In Fliessbandarbeit wurden die Rollstühle zusammengebaut während der Physiotherapeut die endlos scheinende Reihe von Menschen mit allen Arten von Behinderungen examinierte, diagnostizierte und Mass nahm um für jeden den richtigen Rollstuhl bereitzustellen. Für uns faszinierend zu beobachten wie gleichmässig und geduldig er jeden einzelnen behandelte. Ob Kleinkind bis hin zum Greisen, alle erhielten volle Aufmerksamkeit auch wenn die am Ende der langen Schlange ungeduldig wurden.
Ich kann nur erahnen, was es für die junge Mutter bedeutet, nach langer Zeit die 8 oder zehnjährige Judy nicht mehr länger auf dem Rücken tragen zu müssen.

In diese Zeit fiel auch die Fastenzeit der Muslime, die mit dem wohl grössten Fest im Islam endet. Das Eid al-Adha. An diesen Festtagen erinnert sich die islamische Umma an den Propheten Ibrahim der kurz davor war, seinen Sohn Ismail zu opfern. Allah aber, in seiner Barmherzigkeit hat einen Bock gesandt, der dann an Stelle von Ismail geschlachtet wurde. Diese Geschichte ist so nah an der biblischen Erzählung und doch so weit davon entfernt. Ist es doch Isaak der von seinem Vater Abraham geopfert werden sollte. Auch hier ist die Ähnlichkeit verblüffend. Gott sandte einen Bock, der sich im Gebüsch mit seinen Hörnern verfing. Noch bevor Abraham das unerhörte tun konnte, gebot Gott ihm Einhalt und stellte das Tieropfer zur Verfügung. Anhand dieses Ereignisses in der Bibel kann das Evangelium auf ganz wunderbare Weise erklärt werden.

Wir wurden an diesem Eid grosszügig mit der Schulter einer Kuh beschenkt. Unsere Kollegen zerlegen hier das Fleisch in schöne grillbare Einzelteile. Einige Stunden später schon geschieht das was uns immer wieder amüsiert und erfreut. Fleisch in gegrillter Form, wir nennen es "nyama choma", also verbranntes Fleisch, löst eine schier unglaubliche Freude aus.

Ab und zu hilft nur eines: einfach mal raus hier. Die Landschaft hier hat auch ihren Reiz. Es ist zwar weit und breit kein Ozean und keine Erhebung die einem Berg gleicht. Aber es ist der afrikanische Busch mit seinen weit ausladenden Akazienbäumen die dazu einladen unter ihnen eine Matte auszubreiten und sich zu lagern. Wenn sich eine Gelegenheit bietet tun wir das, wir sind dann weit weg vom Stadtlärm. Das Blöken der Schafe und Ziegen dringt mal ans Ohr aber ansonsten ist es einfach ruhig und friedlich.

"Membercare" - das Thema hat uns über viele Monate beschäftigt. Viele Männer in unserem Bekanntenkreis erleben viele Stresspunkte, sei es finanzieller Art oder einfach Druck der sich im Dienst aufbaut. Ein Ansatz den wir auch im letzten Jahr schon gefunden haben, war "Psychological First Aid" - oder Psychologische Erste Hilfe. Wie erkenne ich Stress und was kann ich tun um gut mit Stress umzugehen? Diese und ähnliche Fragen waren Teil unseres "mental health" workshops. Selbstverständlich waren Spiele auch ein Teil um Lerneffekte zu erzielen.
Bis die Tage wieder, Gottes Segen
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