G-town 21.
Oktober 2020
Ihr Lieben, Verwandte und Freunde
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 "Hoffnung"- die junge Frau vom Fluss
Hope-Hoffnung kommt aus dem kleinen Dorf Ngao im Delta des
grossen Tanaflusses. Letzte Woche lernten wir sie ein Stück
flussaufwärts in dem Städtchen Hola kennen. Die 21-jährige
Missionarin arbeitet unter den muslimischen Nachbarstämmen. Vor mehr
als 130 Jahren kamen die ersten Missionare der Neukirchener
Mission über die Insel Lamu durch das kleine Kolonialgebiet Witu
entlang der ostafrikanischen Küste in diese Region. In Ngao fingen
sie an die Missionsstation, Kirche, Krankenstation und Schule
aufzubauen. Schon nach relativ kurzer Zeit waren ihre Bemühungen
erfolgreich. Der Pokomostamm entschied sich einmütig dem Gott der
Christen nachzufolgen und die alten Praktiken aufzugeben. Hope ist
von der gleichen Hoffnung erfüllt, die damals die Missionare vom
Niederrhein bewegt hat ihre Heimat zu verlassen, um Jesus
zu verkündigen. Uns hat es so ermutigt eine Person zu treffen, die
strahlend ein Stück deutscher Missionsgeschichte in unserer Gegend
Ostafrikas verkörpert! Es ist eine Freude und Herausforderung zugleich,
zu sehen was unsere Vorgänger geleistet haben.
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Was geht noch, wenn nichts mehr geht?
Corona kam mit Versammlungsverbot - geschlossene Kirchen. Für
Pastoren ist das am Sonntag eingelegte Opfer oft die einzige
Einnahmequelle. Plötzlich war sie versiegt. Kenianische
Missionarskollegen waren gleichermassen betroffen, weil ihre
sendenden Kirchen ebenfalls weder Einnahmen noch Reserven hatten. Mit
Lebensmitteln griffen wir über 80 Familien unter die Arme. Sätze wie:
" ... Gott hat sich unser erbarmt!", haben uns
angespornt!
Eine andere Initiative, die noch ging als nichts mehr ging, kam von
den kenianischen Kollegen: Lehmhäuser bauen. Draussen an der frischen
Luft haben wir Lehm gestampft und so sind Häuser für
Pioniermissionare entstanden. Die roten Tüten auf dem Bild sind keine
Weihnachtstüten sondern Nahrungsmittel für HIV positive, die wir
kennengelernt haben.
Wenn nichts mehr geht, steigt der Stresslevel. Wir
adressieren das Thema "Umgang mit Stress" für Pastoren
und Leiter in einem eintägigen workshop. Während des Tages wird fast
jedem klar, wie sehr Corona und die extra Unsicherheiten uns doch
beeinflussen. Wir brauchen Gemeinschaft. Gemeinsam die Dinge mit Gott
zu besprechen löst schon so manchen Knoten.
Zur Zeit sind die Corona Restriktionen gelockert und es ist wieder
möglich Besucher aus Kijabe zu empfangen. Dr. Peter aus England
probiert mit uns einen neuen Ansatz aus: 'Uliza Daktari' - 'frag den
Arzt', ist eine Einladung an die Bevölkerung zu einem offenen Forum,
in dem medizinische Fragen gestellt werden können. Dieses mal: nur
für Männer, nächstes mal kommt eine Ärztin, dann nur für Frauen.

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Gottes Spuren entdecken
Zu Beginn der Coronazeit entwickelten sich schöne
Beziehungen mit unseren Somalinachbarn. Der junge Anwalt von nebenan
kam immer öfter mal rüber zu uns, war interessiert an unserer
Geschichte. Er ist ein passionierter Schriftsteller und sammelt
Geschichten und möchte sein Talent nutzen kulturelle Praktiken, die
nicht gesund sind, vor Augen zu malen und verändern. Davon gibt es
einige, die er schon in kurzen Geschichten thematisiert
hat.
Bewegung im
Team
Nach mehr als 2 Jahren bei ins im Team konnte Louise zu ihrem
Heimataufenthalt aufbrechen. Das internationale Team ist nun auf uns
zwei geschrumpft, aber das nationale Team hat sich dafür vergrössert.
Wir arbeiten eng mit unseren kenianischen Kollegen zusammen und
erleben das als sehr ermutigend. Wir hoffen, dass ab Januar wieder
drei medizinische Ausbilder (Anesthesie und Notfall medics) aus
Kijabe zu unserem Team in G-town dazu stossen werden. Die Leiter von
Kijabe Krankenhaus haben die Initiative ergriffen und ihre
Besuche in den nächsten Wochen angemeldet. Das sollen klare
Zeichen sein, dass wir als Kijabe weiterhin zu unserem Wort stehen
und das gleiche von der county Regierung erhoffen, um den Menschen
dieser Stadt im Sinne von Christus zu dienen, getreu nach unserem
Kijabe Motto: Gesundheitsversorgung zu Gottes Ehre - Health care to
God's glory.
Hauskirchenbewegung
Der ganze Küstenstreifen und der Nordosten des Landes sind seit
vielen Jahrhunderten vom Islam geprägt. Das ist für die Kirche eine
echte Herausforderung. Religiöse Verfolgung von Christen ist eine
traurige Realtität, der wir oft gegenüberstehen. Für die, die Jesus
kennenlernen und Ihm folgen wollen ist das Konzept
"Hauskirche" in der Regel die einzige Alternative. Einen
"normalen" Gottesdienst zu besuchen ist leider auch in
einem säkularen Staat wie Kenia für ehemalige Muslime nicht
möglich. Die Kirche steht vor der Frage, wie sie ihren Auftrag
für diese Region wahrnehmen und wie das Konzept
"Kirche" aussehen kann. Einige Pastoren hier in unserer
Stadt liessen sich in dieser "Corona lockdown" Zeit
herausfordern. Können Gottesdienste, die in den Häusern in kleinen
Gruppen abgehalten werden, neue Möglichkeiten für Nachbarn bringen?
Viele unserer Nachbarn hier würden keinen Fuss in ein Kirchengebäude
setzen, aber kommen gerne zum Tee ins Nachbarhaus.
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Erneute Meldung von Krankheit und Tod
Anfang des Jahres mussten wir den Tod von Thomas' Vater beklagen und
schon im Juli erhielten wir den Bericht dass es Thomas' Mutter gar
nicht gut geht. Wir entschieden uns, coronabedingt, gegen eine Reise
nach Deutschland obwohl auch ihr Krankheitsbefund auf ein schnelles
Ende schliessen liess. Und so war es, dass sie innerhalb von wenigen
Wochen nach Diagnose heimging. Wir konnten virtuell beim letzten
Abendmahl am Sonntag dabei sein. Am darauf folgenden Donnerstag
(13.8), nachdem Hanna-Joy und Joas Benjamin noch Gelegenheit hatten
sie zu sehen, wurde auch sie in die Ewigkeit abberufen. Am 17.August,
genau ein halbes Jahr nach Vater's Tod, wurde sie neben ihrem Mann
beerdigt. Sie konnten beide auf eine lange Ehe von 60 Jahren zuückblicken.
Um uns innerlich zu verabschieden, fuhren wir zu einem
abgelegenen Häuschen am Tana Fluss. Dort nahmen wir
uns eine Trauerzeit, um noch einmal in Dankbarkeit das Leben von
Mutter zu reflektieren.
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"Was machen denn Hanna-Joy und Joas
Benjamin?"
Joas Benjamin hat im Frühjahr erfolgreich sein Physikum bestanden. Er
wollte ja gerne eine Famulatur in Kijabe machen, natürlich ging das
wegen Corona nicht. Gunzenhausen, ein Krankenhaus im ländlichen
Franken bot ihm aber eine schöne Alternative und die Gelegenheit zu
den Wurzeln seiner Ahnen zurückzukehren. Für ihn geht es jetzt
in die nächste Runde wieder in Düsseldorf.
Hanna-Joy hat gerade vor ein paar Wochen ihren Masters Abschluss in
"Global Urban Health" an der Uni Freiburg abgelegt. Sie war
während ihrer schriftlichen Arbeit, Teil unseres teams. Ihre
Supervisorin war Dr. Mary Adam, unsere Direktorin. Das
Forschungsthema ging um die Rolle der Freiwilligen Arbeit, wenn es um
bessere Gesundheitsversogung in Kenia geht. Sie war sozusagen
virtuell in Kenia und konnte durch viele zoom Gespräche und whatsapp
Anrufe die Distanz von fast 8000 Kilometern ganz gut bewältigen. Die
nächsten Monate wird sie bei den Maltesern als Rettungssanitäter
arbeiten und nach weiteren Schritten Ausschau halten. 


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Ein Herzliches Dankeschön an Euch
alle, die Ihr an uns denkt, für uns betet und uns mit Gaben
unterstützt, so dass wir diese Arbeit hier tun können.
Wir grüssen Euch mit dem Wort das uns hier in der Arbeit Hoffnung
gibt und auch in Durststrecken weitermachen lässt: Das Wort kommt
aus dem Buch des Propheten Habakuk im Alten Testament:
Kapitel 2,14: Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der
Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
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Mit dem untenstehenden link kommt
Ihr auf unseren blog dem wir mindestens einmal im Monat ein neues
Gesicht geben.
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Wir grüssen Euch sehr herzlich aus
G-town in Kenia
Eure Dörte
und Thomas Renner
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