Montag, 8. Juni 2020

Corona und Kirche


 Pastor Daniel und seine Frau nehmen hier eine Nähmaschine in Empfang. Durch grosszügige Spender konnten wir diese Anschaffung machen um der jungen Familie zu helfen wieder auf die Füsse zu kommen. Durch die Flut vor einigen Wochen war ihr Hausrat zum Teil unbrauchbar geworden. Wir durften als neugewonnene Freunde und Geschwister in dieser Form zu Hilfe kommen.
 Dies hatte wenig mit Corona zu tun aber alles mit der Aktion Pastorenhilfe die wir in den letzten Wochen durchführten. Dadurch entstand der Kontakt. Die Freude ist den Leuten regelrecht ins Gesicht geschrieben. Dörte hatte die Ehre die Übergabe durchzuführen.
Hier ist Gladys, die stolze Besitzerin der Maschine. Mit ihr, so glauben wir, wird diese Familie sich weitgehend selber tragen können und nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein. Während der Übergabe gab es auch einen Teil in dem Gladys und ihr Mann ihren Werdegang erzählen konnten, Die Treue Gottes wurde von allen Beteiligten gepriesen denn sie sind als Familie durch echt schwere Zeiten gegangen. 
 Corona und Kirche - so nannte ich diesen blog. In vielen unserer meetings denken wir zusammen nach, wie Kirche in unserem Kontext aussehen könnte. Hier sitze ich mit meinem Freund James und dem Dorfältesten in einem "aqal", einer traditionellen Somalirundhütte. Vieles muss sich ändern so dass die christliche Botschaft für unsere Nachbarn attraktiv wird.
In meetings wie diesen treffen wir uns mit Vertretern der christlichen Minderheit um zu diskutieren wie das Evangelium so kontextualisiert werden kann dass es in einem traditionellen "aqal" genauso transformativ gelebt werden kann wie es in anderen Teilen der Welt getan wird. 
Erst durch Corona konnten wir gemeinsam mit einer task force die nötige Dringlichkeit erreichen um diese wichtigen Themen durchzusprechen. Für die meisten Kirchenleiter lief seit Jahrzehnten alles recht einfach ab. Man predigte fast ausschliesslich zu seinen eigenen Stammesmitgliedern und vernachlässigte fast vollständig die gastgebende Mehrheitsbevölkerung unter der wir hier leben. Wir erhoffen uns einen Sinneswandel und eine grössere Wertschätzung den Gastgebern gegenüber und mehr Sensibilität für die kulturellen Eigenheiten die die Kultur mitbringt.
Männer wie diese hätten vermutlich wenig Problem die Botschaft die wir bringen anzunehmen solange sie kulturell angepasst vermittelt wird. Ahmed war sehr stolz auf den Reichtum seiner Kultur und wir konnten ohne Probleme über die ewigen Wahrheiten Gottes reden. Ich konnte ihm sagen dass er mich sehr an meinen vor kurzem verstorbenen Vater erinnert und dass ich ihn genauso respektieren möchte. In einer sehr kurzen Zeit entwickelte sich ein Verhältnis von gegenseitigem Respekt und Annahme. Wir sind dankbar für Momente wie diese. Möge Gott uns Weisheit schenken seine Wahrheiten so zu präsentieren dass sie die Empfänger nicht abschrecken sondern sie angezogen werden. 

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