Land unter - das kennt man sonst nur von den Halligen in der Nordsee. Im semi ariden Landstrich im Nordosten Kenias kommt das nicht so häufig vor. Die ausgiebigen Regenfälle im Hochland Kenias haben die Wasserreservoirs bis zum überfliessen aufgefüllt. Wir wohnen am Tana River flussabwärts und nur etwa 500 meter vom Flussbett entfernt. Die Wassermassen haben uns letzte Woche komplett eingeschlossen. Dem Herrn sei Dank kam das Wasser nicht bis ins Haus.
Das alles hat uns nicht gehindert dennoch unseren Freunden und Kollegen in diesre covid - 19 Krise zu helfen. Wir konnten insgesamt an fast 70 Familien Lebensmittel ausgeben, Pastoren und Missionare eingeschlossen. Eine junge Pastorenfamilie mussten wir regelrecht aus dem Wasser retten und in eine trockene Wohngegend evakuieren.
Als das Wasser so hoch stand und immer weiter am steigen war, mussten wir wir uns Gedanken machen wann und wie wir uns am besten wo hin retten können falls wir evakuieren müssen. Wir waren sehr erleichtert zu sehen dass das Wasser so langsam wieder abfloss.
Es war letzten Sonntag, ich war extrem damit beschäftigt das Wasser vom hereinfliessen in das Grundstück abzuhalten. Sandsäcke wurden aufgefüllt, Dämme gezogen - letztendlich war es ein aussichtloser Kampf. Aber in dem Kampf gegen die Wassermassen war auch etwas gutes. Ein Nachbar kam vorbei. Ich kannte ihn noch gar nicht. Er stellte sich vor, wir sprachen über alles mögliche und selbstverständlich auch über Gott und die Bibel. Er hat sich sofort mit eingesetzt und hat die Schaufel mit angepackt, die Schubkarre bewegt um unser Haus zu schützen. Für ihn war das sicher Jihad, er hat seinen nichtmuslimischen Nachbarn eine helfende Hand gegeben und ihm gutes getan. Demnächst werde ich ihn daheim besuchen und wir werden unsere Diskussion weiterführen.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen