Freitag, 8. April 2016

A time to remember - Erinnerungen - Amboseli Nationalpark






Besondere Tage markieren besondere Ereignisse. Die Semesterferien waren lange genug um unserer Tochter die Gelegenheit zu geben kurz nach Hause zu kommen. Für uns ein Anlass eines Besuches des berühmten Nationalparks Amboseli ganz im Süden des Landes. Der Park grenzt unmittelbar an Tanzania und gibt somit einen ungehinderten Blick auf Mt. Kilimanjaro frei. Mit 6000m ist er der höchste Berg des afrikanischen Kontinents.
Das Schmelzwasser der Gletscher  auf dem lange erloschenen Vulkangipfel, fliesst durch die porösen Schichten aus Lavagestein.  Bäche und Sümpfe werden davon gespeist und machen diesen Nationalpark zu einem wahren Tierparadies. Unzählige Elefanten haben in den Sümpfen inmitten der Savanne ihr Vergnügen. Grosse Gnuherden, in denen die frischen Kälber ihre Hakenschläge üben um den immerwährenden Gefahren von Löwen oder Geparden gewappnet zu sein, durchziehen die Steppe. 
Auch in der Mittagshitze sind die Löwen präsent, liegen entspannt unter dem Schatten der vereinzelten Akazienbäume. Gruppen von Straussen suchen sich ihr Futter, daneben die wunderschönen Kronenkraniche, die scheinbar immer nur als Paare auftreten. Hyänen sind bekannt als die Müllabfuhr der Wildnis, schaffen es sogar Elefantenknochen zu zerbeissen und eigentlich sehen auch sie ganz zutraulich aus. Aber es gibt schönere Tiere, da ist die Gruppe von Geparden mit ihrer schönen Zeichnung auf dem Kopf.


Unser gemeinsamer trip durch den Park mit Hanna-Joy wird zu einer Zeitreise. Es war der 29.3. ihr Geburtstag, der uns  an ihren 4. Geburtstag damals in Wajir erinnerte:
Die flimmernde Hitze, das Rattern über die waschbrettartigen Schotterpisten, aufgewirbelter Staub der sich noch hunderte von Metern hinter dem Auto entlangzieht. Hirten, die vereinzelt Flaschen oder andere Kanister hochheben um zu zeigen dass akuter Wassermangel herrscht. Im Hintergrund grosse Ziegen- und Schafherden die nach dem spärlichen grün sucht, das für unsere Augen kaum mehr zu erkennen ist.
All das transportiert uns 17 Jahre zurück, in den März 1999. Wir waren ganz frisch in Kenia angekommen, Hanna-Joy wurde gerade 4 und Joas Benjamin war 2 geworden. Wir waren so grün, alles war neu. Noch keine 2 Wochen im Lande und schon ging es los in die Wüste nach Wajir.
Überwältigend, das erste mal in einer Umgebung zu sein, in der Islam das absolute Monopol hat. Abgesehen von kurzen Besuchen in Pakistan und der Türkei, war das die erste Konfrontation mit einer Entscheidung die wir Jahre zuvor getroffen hatten. Wir wollten dem Herrn dienen, in einem Volk das Jesus nicht kennt. Hier würde der Ort sein in dem wir unsere Energie und Liebe einsetzen werden. Hier würden wir unseren Haushalt einrichten, hier werden wir neue Freunde machen, sie verstehen indem wir ihre Sprache lernen und ihre Denkweise. So wurde Wajir zu unserem Zuhause, die Geräusche, die Stimmen der Vögel, die Gerüche und die Lebensform der Menschen hat sich tief hineingebrannt in unsere Seelen.


Diese Fahrt durch den Park brachte alle diese Kindheitserinnerungen wieder ans Tageslicht, Selbst die Skorpione die sich unter den Steinen vor unserem camp versteckten,  gehörten zu dieser Zeitreise und lösen eine Vertrautheit aus.
Seit gestern sind wir wieder in Kijabe. Auch da tut die Vertrautheit gut, der Blick hinunter aufs "Rift Valley". Der Anblick der Vulkankegel des Mt. Longonot und Mt. Suswa in dem vor uns sich weit ausbreitenden grossen Grabenbruch, löst Ehrfurcht aus vor dem, der alles so wunderbar geschaffen hat.
Kein Wunder, dass jeder, der hier einmal gelebt hat, sich danach sehnt wieder hierher zurückzukommen.


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