Sonntag, 5. Mai 2013

Zurueck vom Horn

Hallo,

Unten auf der englischen Ausgabe dieses blogs sind einige Bilder von meinem Besuch im Horn von Afrika ueber die letzten zwei Wochen. Fuenf Tage verbrachte ich in Addis Abeba auf einer Konferenz wo viel ueber Zusammenarbeit in unserer gesamten Region nachgedacht wurde.
Dann ging es mit zwei meiner Kollegen weiter ins Nachbarland welches die Haupstadt Hargeisa hat. Es ist international nicht anerkannt als eigenstaendige Nation, aber ein Land das sehr hart darum gekaempft hat Stabilitaet zu erhalten, waehrend der grosse Bruder im Sueden in absolute Anarchie abgestuerzt ist.
Jetzt, mehr als 20 Jahre nach dem Sturz des Diktators Siyaad Barre, herrscht immer noch Chaos und nur ganz zarte Versuche werden sichtbar dass es bald Frieden geben koennte.
Hargeisa war vor 20 Jahren fast komplett zerstoert. Es waren nur noch wenige tausend Bewohner in der Stadt und fast jedes Haus in der Stadt war durch die Bombardierungen von Barres Fliegern zerstoert.
Wenn man sich vor Augen haelt  wie schwer die Stadt zerstoert war ist es schon bemerkenswert wie gut die Stadt wieder aufgebaut ist und wie das Leben funktioniert.
Viele Somalis sind aus dem WEsten zurueckgekehrt. Manche bleiben, andere kommen erstmal zu Besuch um auszutesten ob sie es schaffen koennten, und wie sie der jungen Nation helfen koennen ganz auf die Fuesse zu kommen.
Es gibt natuerlich eine Menge zu tun, aber es gibt Hoffnungstraeger wie z.B. Edna Aden, eine charismatische Persoenlichkeit. Sie ist etwa 75 und hat vor 10 Jahren ein Krankenhaus gebaut, durch die Hilfe von weltweiten Kontakten hat sie es geschafft nun Krankenschwestern und Hebammen auszubilden.
Dann gibt es junge, ehrgeizige Aerzte die nicht weg wollen um im Westen ihr Glueck zu machen.
Dann sind die anderen, die im Westen aufgewachsen sind und jetzt bereit sind, den Komfort zurueckzulassen und ihr Talent hier einbringen um eine Nation aufzubauen. Es gibt viele Spannungen aber auch viel Hoffnung.
Gerade als ich wieder nach Kenya kam, fiel mir ein Buch in die Haende von Nik Ripken:
http://www.youtube.com/watch?v=R9wfToGXbcs
Nik beschreibt seine ersten trips nach Hargeisa und Mogadishu anfang der 90 er Jahre. Hargeisa war fuer ihn wie die Hoelle als er dort ankam, Mogadishu und Suedsomalia war noch krasser. Weiss nicht was noch krasser als die Hoelle ist. Aber dort waren die Menschen regelrecht verhungert in ihren Haeusern und niemand war da sie zu begraben.
Mit Niks Bericht im Hintergrund zu dem eben erlebten in Hargeisa ist es einfach nur schoen zu sehen, wie die Menschen von Somaliland es geschafft haben aus dem Chaos herauszukommen. Der Sueden des Landes gilt immer noch als einer der gefaehrlichsten Plaetze der Welt.
Unsere Kijabe Aerzte fahren regelmaessig nach Hargeisa um zu unterrichten und komplizierte Operationen in Edna Adens Hospital durchzufuehren.
Es ist immer noch ein merkwuerdiges Gefuehl wenn man staendig von schwer bewaffneten Soldaten umgeben sein muss, vor den Haustueren und sobald man sich aus der Stadt bewegt. Aber das ist der gute Wille der Regierung die versucht das beste um seinen Gaesten Sicherheit zu vermitteln.
Bete fuer Somalia und Somaliland, Thomas

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