Hallo,
Seit meinem letzten blog in deutsch ist gar nicht so furchtbar viel passiert hier in unserem Land. Die Friedensverhandlungen laufen zäh vor sich hin. Kofi Annan scheint wirklich ein Meister seines Handwerks zu sein. Er schafft es immerhin die zerstrittenen Parteien soweit zusammenzubringen, dass sie miteinander reden. Wir haben noch keine wirklich neuen Ergebnisse. Eine deutsche Delegation war jetzt schon mal da, und hat von den Vorzuegen einer grossen Koalition erzaehlt. Wie weit das einen grossen Eindruck gemacht hat, wissen wir noch nicht. Wir koennen uns jetzt wieder mehr um unsere Somalis kuemmern, deren Krieg unbemerkt von der Weltoeffentlichkeit, leise aber mit immenser Brutalitaet vor sich hin gefuehrt wird. Letzte Nacht bekamen wir ein Bombenopfer ins Haus, der vor etwa einem Monat von einer Granate getroffen wurde. Mit schweren inneren Verletzungen vegetierte er in einem Notkrankenhaus vor sich hin. Gestern endlich konnten sie ihn aus Mogadishu ausfliegen und nach Nairobi bringen. Abends gegen 9 kam er dann zu uns in Krankenhaus wo er dann erstmal stabilisiert wurde. Die Notaerztin meinte, er sei ein lebendes Wunder, dass jemand mit solchen Verletzugen ueberhaupt noch so weit reisen konnte. Ich habe ihn heute morgen auf der Intensivstation besucht, wo er mich relativ munter anschaute. Die Verwandtschaft hat mir dann von der Situation in der Haupstadt Somalias berichtet. Die Stadt ist inzwischen eine Geisterstadt, wo nur noch Banditen ihr Unwesen treiben und gegen die aethiopischen Truppen kaempfen. Es scheint eine aehnliche Situation zu sein wie in Irak, nur dass die Welt nicht viel davon mitbekommt. Vom Krankenhaus aus gibt es gute Chancen bald einen Einsatz nach Somalia zu haben. Wir bekommen staendig Einladungen und die Menschen betteln uns an, doch bald zu kommen und zu helfen wo es geht. Wir hoffen, dass die Situation sich soweit bessert, dass man fuer kuerzere Einsaetze von vielleicht einer Woche, hineinfliegen kann.
Dieses Land braucht Gott, denFriedefuersten, seine Bewohner haben keine Idee wie das Land jemals befriedet werden kann.
Thomas
1 Kommentar:
Hallo Thomas und Dörte.
Wir sind drei Studenten aus Deutschland und finden die Arbeit, die ihr in Kenia leistet, sehr gut.
Es wäre schön, wenn wir mehr darüber erfahren könnten und ihr uns sagt, was ihr benötigt, denn wir würden euch gerne unterstützen. Bitte sagt uns ganz offen was ihr braucht.
Wir wünschen euch als Familie Gottes Segen und viel Kraft, Jana, Marten und Simone.
(pulsatingveins@astroboymail.com)
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