Hallo,
die letzten vier Tage waren relativ ruhig in unserem Land. Das Schweigen der Gewehre und das Ruhen der Macheten bedeutet aber noch keinen Frieden. Das Ringen um Frieden beherrscht die Nachrichten hier in Kenia. Das Ringen um Frieden beherrscht auch die Gemeinden und Kirchen wo verzweifelt um ein Eingreifen Gottes geschrieen wird. Und wenn wir die vergangenen Tage sehen, sehen wir dass Gott tatsaechlich eingreift und die Gewaltbereitschaft weit zurueck gegangen ist. Heute war ich mit einem Team von unserem Hospital in den nahegelegenen Fluechtlingslagern in Naivasha, wo die brutalsten Massaker stattfanden, gerade mal vor einer Woche. Die Not dort ist nur schwer mit Worten zu beschreiben. In der Polizeistation sind etwa 1000 Menschen untergebracht, d.h. sie hausen dort, wo immer sie Schatten finden koennen. In alten Schrottautos, in der Werkstatt und wo auch immer moeglich. Die Mehrheit der Fluechtlingen hat allerdings keinerlei Schutz vor der Witterung.
Das andere Camp, mit etwa 3000 Personen, befindet sich auf dem Gefaengnisgrundstueck, ebenfalls ohne irgendeine Form von Schutz, sowie ohne erkennbare Leiterschaft im Camp. Das Gefaengnis hat lediglich seine Grundstueckstore geoeffnet, bietet aber nichts an, um den Fluechtlingen zu helfen.
Zusammen mit den Aerzten, mit denen ich unterwegs war, bauten wir sofort Tische unter einem Baum auf, und fingen an eine mobile Clinic zu operieren. Viele Menschen haben furchtbare Geschichten zu berichten, wo Frauen und Kinder ausgeloescht wurden. Andere wissen, dass ihre Angehoerigen in der Leichenhalle des Krankenhauses liegen, die Sicherheitslage erlaubt es ihnen aber nicht, dorthin zu gehen um ihre Toten zu begraben.
Die meisten wollen einfach nur weg hier, zurueck nach Westkenia wo ihre Wurzeln sind, viele koennen aber nicht, weil sie kein Geld haben, um die Reise zu bezahlen.
Der Weg zum Frieden wird ein langer und steiniger Weg sein, wenn man sieht durch welche Truebsal dieses Land in diesen Tagen geht. Die Angst zwischen den Staemmen ist real und Drohungen werden noch immer ausgesprochen.
Moege Frieden wieder hergestellt werden zwischen den Staemmen, aus denen Kenia doch besteht und es zu dem machen was dieses Land ist.
bis bald, Thomas
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen