Samstag, 8. Mai 2021

crash auf der Hauptstrasse


Gestern früh auf dem Weg zum Chef des Strassenbauamtes. Die Frustration über den Zustand unserer Strasse direkt vor unserem Haus hat ein Ausmass erreicht das Aktion erfordert. Mein Kollege und ich fahren auf die Hauptverkehrsader unserer Stadt. Die Verkehrsteilnehmer kennen nur eine Geschwindigkeit: need for speed.

Geofrey versucht auf die richtige Seite zu ziehen, scheint noch mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zu kommunizieren durch Lichthupe. Er zieht rüber und das Motorrad rauscht mit unverminderter Geschwindigkeit auf uns zu. Vom Beifahrersitz beobachte ich die Szene und sehe dass es in Bruchteilen von Sekunden zu einer Kollision kommen muss. So als ob die göttliche Hand zwischen Auto und Motorrad gewesen wäre, schmiert das Motorrad an der Stosstange ab und die zwei auf dem Motorrad fliegen in hohem Bogen auf die andere Strassenseite. Als ob ich im falschen Film wäre, sitze ich erstmal da und mach gar nichts. Als ich sehe dass die beiden aus der sich senkenden Staubwolke aufstehen und sogar noch gerade laufen können, öffne ich die Autotür und bin auch schon umgeben von anderen inzwischen aufgelaufenen Fahrern und Schaulustigen. Die Spannung die in der Luft liegt ist zum anfassen. Als einziger Weisser bin ich in dieser Situation in einer vulnerablen Lage. Mein Kollege schiebt mich sanft aber bestimmt auf die Seite. Die Polizei muss verständigt werden, am besten ist es wenn Kenianer unter sich eine Lösung finden. Ein offensichtlich Fremder, der ich nun mal bin, kann schnell ein Problem werden wenn die Emotionen zu hoch schlagen.

Die zwei jungen Männer sind zum Glück nicht ernsthaft verletzt, dennoch muss das getan werden was getan werden muss. Kurzer trip zum Krankenhaus, Röntgenbilder nur zur Sicherheit, alles ok, ein paar Schrammen. Ein paar Stiche dort wo eine Wunde am Kinn etwas klaffte.

Geofrey trug das Kijabe Hospital T-shirt. Der Fahrer erzählt von seiner Mutter, die schon länger krank ist und nicht weiss wo sie am besten behandelt werden sollte. Natürlich wurden die Kontakte ausgetauscht. N
ächste Woche werden wir die Mutter des illegalen Motorradfahrers besuchen und versuchen ihr zu helfen. Der junge Mann war in jeder Hinsicht illegal unterwegs. Weder Führerschein noch Helm, keine Versicherung und keine Reflektorweste waren Teil seiner Ausrüstung. Gute Gründe um jegliche Schadensersatzansprüche sofort fallen zu lassen.

Was wurde nun aus unserer Strasse? Die Strasse muss bis nach dem Ramadan warten. Vielleicht ist dann der Strassenbauchef wieder bereit an seine Arbeit zu gehen.

Freitag, 30. April 2021

Meditation und white noise

 In einem meiner letzten Beiträge schrieb ich von der uns umgebenden Geräuschkulisse. Der Tinitus der mich schon seit einigen Jahren begleitet, gibt noch das seine dazu. 

Der Kopfhörer gibt die gurgelnden Geräusche eines Gebirgsbaches wider und blockiert so die störenden Umgebungsgeräusche. Gerade in Zeiten wo der Sinn sich um die Dinge des Lebens und Dienstes, und natürlich um Gott selber drehen will, finde ich so eine kleines Ding ganz hilfreich. 

Vor einiger Zeit kamen Missionare aus China zu uns in die Nachbarschaft. Einige von ihnen haben einiges an alternativer Medizin mitgebracht. David ist Spezialist in massage und cupping. Als ich ihm von meinen Geräuschen im Ohr erzählte, fing er gleich mit der Behandlung an. Nach der massage um das Ohr herum, setzte er die kleinen Nadeln um dann die kleinen vakuumbecher anzusetzen. Mit denen wird dann geschröpft. Das Blut wird sozusagen rausgesaugt und damit auch kleine Blutgerinnsel. 

Das Ergebnis war zwar nicht spontane Heilung von Tinitus aber doch eine spürbare Besserung. 

Am Ende des Monats eine kleine Geschichte von unserer recht vielfältigen Umgebung, unsere chinesischen Geschwister kommen mit einem ganz anderen Ansatz um die Menschen hier zu erreichen. Das Zentrum ist bei ihnen auch das Wort Gottes und die Liebe zum Herrn, der Weg um diese Liebe weiterzugeben ist sehr vielfältig.

Bis demnächst im Mai