Mittwoch, 25. Oktober 2017

update

Liebe Freunde,

meine blogs sind rar geworden. Das aber nicht weil es nichts zu erzählen gäbe. Unser Leben hier in Afrika ist spannend und wir könnten sicher jeden Tag eine Geschichte schreiben. Wenn ich schon beim Geschichen erzählen bin: Dörte und ich hatten uns für gestern vormittag verabredet um das Projekt eines Freundes zu besuchen. Das Dorf liegt am Südende von Garissa. Ganz nahe am Tana River. Dort lebt ein kleines Volk das über Generationen mit einem Namen benannt wurde der sie ständig herabgesetzt hat. Inzwischen sind sie wieder unter ihren rechtmässigen Namen bekannt: Wa-Ilwana
laut Joshua Project https://joshuaproject.net/people_groups/13432/KE deutet ihr alter Name auf ihre Stellung als Sklaven der Somalis hin. Jedoch ihr neuer Name bedeutet dass sie freie Menschen sind.
Ihre Freiheit ist relativ, sie leben nach wie vor unter der starken Dominanz von Somalis. Sie leben an den Ufern des Tana Flusses, bauen Mais und Sorghum an wenn die Flutwasser der jährlichen Überschwemmungen zurückgehen. Sie fischen und sind immer auf der Suche nach Bienenvölkern um sich deren Honig anzueignen.

Hier kommt die Geschichte. Über den Verlauf von mehreren Jahren hat nun eine befreundete Organisation das Dorf besucht. Sie haben eine Schule aufgebaut und den Bauern geholfen ihre Kanäle zur Bewässerung anzulegen und sie haben ihnen gezeigt wie man mit weniger Wasser unter der heissen Sonne anbauen kann.
Generell wurden sie willkommen geheissen, bis auf einen Mann am Eingang des Dorfes. Er hat sie regelmässig beschimpft und Flüche entgegen geworfen. Eines Tages wurde er blind. Unsere Freunde fuhren ihn dennoch zur Klinik. Dort wurde kein körperlicher Schaden festgestellt. Alles war soweit normal, nur dass er nicht sehen konnte. Fragezeichen kamen auf, war dies die Strafe Gottes? Man muss verstehen dass unter diesem Volk Zauberei eine völlig normale Sache ist.
Einige Wochen verstrichen, der Mann war immer noch blind. Er lebte unter einem grossen Baum in dessen Zweigen ein Bienenvolk wohnte. Eines Tages, er war alleine zuhause, die Frau suchte nach etwas essbarem für die Kinder, passierte es. Der Bienenschwarm löste sich vom Bienenstock und griff an. Afrikanische Bienen sind bekannt für ihre Aggressivität. Sie attackierten erbarmungslos. Der arme Mann konnte nur noch unters Bett kriechen, auch dort war keine Sicherheit zu finden. Auf seine Schreie hin kamen Nachbarn angerannt nur um selber angegriffen zu werden.
Es dauerte nicht lange bis die Stachel von tausenden von Bienen dem Blutkreislauf des Mannes soviel Gift injizierten dass er wenig später für tot erklärt wurde.
In afrikanischer Weltanschauung ist dieses tragische Schicksal klar zu interpretieren. Auch wenn wir diese Weltsicht nicht teilen ist es dennoch sehr eindrücklich wie tief sich dieses Ereignis in die Erinnerung der Menschen des Dorfes eingeprägt hat. Unser lokaler tourguide war sichtlich berührt und gleichzeitig mit einer Ehrfurcht vor Gott beeinflusst. Er will sich davor hüten gegen Diener Gottes aufzustehen. Es ist besser Gastfreundschaft zu zeigen und gutes zu tun als den Zorn Gottes auf sich zu ziehen.

Sonntag, 30. Juli 2017

Silberhochzeit in Ziwani, gewürzt mit Tierbildern aus Massai Mara

Hallo,
Gestern rief ich meine Eltern an und ich hatte versucht unsere Silberhochzeit am 22.7.17 mit Worten zu beschreiben. Das gelang nur zu einem gewissen Teil. Mein Vater erinnerte mich daran dass ich seit fast einem Jahr nichts mehr in meinen blog gestellt habe. Mit seinen stolzen 85 Jahren bedient er sein tablet souverän und sucht nach neuen Einträgen von seinen Kindern. Damit die Suche dieses mal erfolgreich wird ist hier eine Sammlung von Bildern die während und um die Silberhochzeitsfeier herum aufgenommen wurden. Gleich im Anschluss an die Feier fuhren wir zusammen mit Freunden in die berühmte Maasai Mara. Die Reise hat uns nicht enttäuscht, es ist einfach wunderschön Löwen und Elefanten so nahe vor sich zu haben dass man sie fast berühren könnte. Viel Spass beim teilnehmen an unserer Feier in einem kleinen Dorf direkt am Tana River mit einer kleinen, selbst für Kenianer fast unbekannten Volksgruppe, den Malakote. Wir wurden sehr freundlich augenommen, es wurde getanzt, gefeiert und Ansprachen wurden gehalten. Es war farbenfroh nicht nur äusserlich, es waren so unterschiedliche Menschen vertreten wie wir es uns kaum vorstellen konnten. Von Australien bis China, Araber und Somalis, ganz verschiedene Stämme aus Kenia und einige deutsche Freunde die sich eigens dafür aufgemacht haben um mit uns diesen Tag zu gedenken und die Treue Gottes zu feiern. 
Viele Grüsse