Sonntag, 27. Juni 2021

Besuch von Hanna-Joy

Joas Benjamin war ja etwa 3 Wochen bei uns und nicht allzulange danach machte sich Hanna-Joy auf den Weg nach Kenia. Es war eine richtig schöne bunte Zeit mit ihr. Wir waren 2 Wochen zusammen mit ihr in Garissa wie die Wüstenbilder zeigen. 

Wenn Besuch kommt muss geschlachtet werden. Entweder eine Ziege oder hier in unserem Falle waren es die Hähne aus der Nachbarschaft die dem Messer zum Opfer fielen. Natürlich ist normalerweise nicht der Gast der das schlachten übernimmt sonder die Gastgeber. In unserem Falle haben wir das ganze umgedreht und haben Hanna-Joy das Vorrecht überlassen das Messer an der rechten Stelle anzusetzen. Die ganze Aktion vom Schlachten zum Rupfen bis zum Kochen war eine sehr schöne gemeinsame Aktion mit Nachbarn und Freunden. 

Natürlich war die Zeit viel zu kurz aber dennoch lang genug um die Orte zu besuchen die in ihrem Leben wichtig sind. Dazu gehört Kijabe und der Ausblick auf den Mount Longonot an dem man sich nie satt sehen kann. Auch Naivasha, der Ort mit dem ganz besonderen Klima nicht weit von Kijabe im Tal des grossen Rift Valley stand auf der Liste der Orte die wir unbedingt gemeinsam besuchen wollten. 

Auch wenn wir nicht als ganze Familie zur gleichen Zeit zusammen sein konnten war es trotzdem etwas ganz besonderes, beide Kinder in diesem Jahr bei uns zu haben. Trotz Corona Reiseeinschränkungen hat das alles trotzdem gut funktioniert. 
Louise kam am Wochenende aus ihrem Heimataufenthalt in Südafrika nach 10 Monaten zurück. Wieder mussten Hähne sterben um der Wiedersehensfreude einen würdigen Rahmen zu geben. Das schöne am Leben hier ist dass ganz viel Leben draussen im Freien stattfindet. Sowohl das Kochen als auch das Essen besonders bei Feiern ist recht einfach. Es werden Matten ausgebreitet und ganz oft wird ohne Besteck gegessen. Das macht den Abwasch auch etwas einfacher. 
Und wie so ganz oft sind wir in workshops, in teachings und seminaren unterwegs. In diesem Teil des Seminars durfte Dörte mal kurz verschnaufen und ein anderer hat präsentiert. In dem workshop ging es darum lokale Christen dazu aufzufordern den Ort an dem sie leben nicht als Strafe anzusehen sondern den Plan Gottes drin zu erkennen. Die kulturellen Unterschiede zwischen Christen aus dem Hochland und der muslimischen Mehrheitsbevölkerung in unserem Landesteil sind sehr gross. Ganz oft geschehen Missverständnisse die von den sehr unterschiedlichen Wertvorstellungen herrühren. 
Bis zum nächsten mal im Juli





 

Samstag, 8. Mai 2021

crash auf der Hauptstrasse


Gestern früh auf dem Weg zum Chef des Strassenbauamtes. Die Frustration über den Zustand unserer Strasse direkt vor unserem Haus hat ein Ausmass erreicht das Aktion erfordert. Mein Kollege und ich fahren auf die Hauptverkehrsader unserer Stadt. Die Verkehrsteilnehmer kennen nur eine Geschwindigkeit: need for speed.

Geofrey versucht auf die richtige Seite zu ziehen, scheint noch mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zu kommunizieren durch Lichthupe. Er zieht rüber und das Motorrad rauscht mit unverminderter Geschwindigkeit auf uns zu. Vom Beifahrersitz beobachte ich die Szene und sehe dass es in Bruchteilen von Sekunden zu einer Kollision kommen muss. So als ob die göttliche Hand zwischen Auto und Motorrad gewesen wäre, schmiert das Motorrad an der Stosstange ab und die zwei auf dem Motorrad fliegen in hohem Bogen auf die andere Strassenseite. Als ob ich im falschen Film wäre, sitze ich erstmal da und mach gar nichts. Als ich sehe dass die beiden aus der sich senkenden Staubwolke aufstehen und sogar noch gerade laufen können, öffne ich die Autotür und bin auch schon umgeben von anderen inzwischen aufgelaufenen Fahrern und Schaulustigen. Die Spannung die in der Luft liegt ist zum anfassen. Als einziger Weisser bin ich in dieser Situation in einer vulnerablen Lage. Mein Kollege schiebt mich sanft aber bestimmt auf die Seite. Die Polizei muss verständigt werden, am besten ist es wenn Kenianer unter sich eine Lösung finden. Ein offensichtlich Fremder, der ich nun mal bin, kann schnell ein Problem werden wenn die Emotionen zu hoch schlagen.

Die zwei jungen Männer sind zum Glück nicht ernsthaft verletzt, dennoch muss das getan werden was getan werden muss. Kurzer trip zum Krankenhaus, Röntgenbilder nur zur Sicherheit, alles ok, ein paar Schrammen. Ein paar Stiche dort wo eine Wunde am Kinn etwas klaffte.

Geofrey trug das Kijabe Hospital T-shirt. Der Fahrer erzählt von seiner Mutter, die schon länger krank ist und nicht weiss wo sie am besten behandelt werden sollte. Natürlich wurden die Kontakte ausgetauscht. N
ächste Woche werden wir die Mutter des illegalen Motorradfahrers besuchen und versuchen ihr zu helfen. Der junge Mann war in jeder Hinsicht illegal unterwegs. Weder Führerschein noch Helm, keine Versicherung und keine Reflektorweste waren Teil seiner Ausrüstung. Gute Gründe um jegliche Schadensersatzansprüche sofort fallen zu lassen.

Was wurde nun aus unserer Strasse? Die Strasse muss bis nach dem Ramadan warten. Vielleicht ist dann der Strassenbauchef wieder bereit an seine Arbeit zu gehen.