Donnerstag, 9. April 2020

Coronavirus und Christus


Das neueste Buch von John Piper: Coronavirus and Christ
In wenigen Tagen werden wir das Osterfest feiern, morgen ist Karfreitag. Heute am Gründonnerstag am späten Nachmittag wollen wir das Sedermahl mit einigen wenigen unserer Kollegen feiern. Wir wollen der Regelung die uns von der Regierung hier in Kenya auferlegt ist folgen. Ab 7 Uhr abends ist Ausgangssperre bis morgens um 5 Uhr. 
In der Mitte einer weltweiten Pandemie ist Christus immer noch der Herr. Der alte, aber immer noch sehr kraftvolle Prediger aus Minneapolis in Minnesota hat für diese Cäsur in der Weltgeschichte einen Beitrag gebracht den ich mir vorgenommen habe über Ostern zu lesen. 

Wir wollen nicht von Weltuntergangsstimmung geleitet werden. Wir leben aus der Hoffnung die einzigartig an Ostern sich manifestiert hat. Dort am Kreuz wurde für viele erstmal alles in Frage gestellt, die Hoffnung enttäuscht, dass Jesus Veränderung bringen würde. Dann aber kam der Ostermorgen, das Paschal mysterium, aus Verzweiflung und Tod bricht neues Leben hervor. Jesus hat den Tod besiegt, Er ist auferstanden und hat mit seinem Sterben den Tod besiegt so dass wir leben können. Auch im Angesicht dieser Pandemie, die den Globus erfasst hat. 

Die aktuellen Zahlen von gestern nachmittag, wie sie vom Gesundheitsministerium vorgetragen wurden. Natürlich sind die Kapazitäten um tests durchzuführen sehr begrenzt. Die Regierung bemüht sich die Bewegung der Bevölkerung einzuschränken. 179 Fälle sind bestätigt und es wird immer mehr eine Frage der Zeit bis auch andere Gebiete von dem Virus erfasst werden. Die zwei Fälle im Nordosten des Landes sind durch unsere Stadt gereist und haben dort auch übernachtet. Insofern müssen wir davon ausgehen dass Kontakt da war und wir auch an sich schon eine sehr mobile Gesellschaft haben. Menschen aus unserem Volk hier sind global unterwegs, interessanterweise sind überdurchschnittlich viele Vertreter unseres Volkes, der So malis, in Skandinavien und England und vermutlich auch in USA von dem Virus infiziert worden und so manche den Folgen schon erlegen. 
Wir versuchen unser bestes, Abstand zu halten. 
Inzwischen sind schon manche counties (Bezirke) komplett abgeriegelt. Z.B. die Millionenstadt Nairobi ist mit einer Ausgangssperre belegt die verhindern soll dass Menschen die Stadt verlassen um von dort das Virus in bisher noch nicht erfasste Gebiete zu tragen. Dieses Unterfangen erweist sich als sehr schwierig und es betrifft natürlich auch die Versorgung dieser grossen Population. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser einschneidenden Massnahmen der Regierung um die Kurve möglichst lange flach zu halten, sind drastisch. Man mag sich gar nicht vorstellen wie es den vielen Menschen gehen mag, die von der Hand in den Mund leben, die keinerlei Ersparnisse haben, auf die sie zurückgreifen können. 

Möge Gott mit seinem Erbarmen eingreifen, so wie wir es auch für Deutschland gestern abend erbeten haben, als Deutschland gemeinsam gebetet hat. 
In diesem Sinne wünschen wir Euch ein frohes Osterfest 

Mittwoch, 1. April 2020

Lokale Resourcen nutzen

Die Zahlen steigen 
Ungefähr jeden zweiten Tag gibt es eine Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister Mutahi  Kagwe. Er gibt die neuen Zahlen bekannt und ermahnt die Gesellschaft sich an die Regeln zu halten, den Abstand von etwa 2 Metern zur nächsten Person einzuhalten. Ruft dazu auf, gründlich die Hände zu waschen und auf das Wohl des anderen zu achten indem alle verantwortlich handeln.  


Die heute bekannt gegebenen Zahlen sind, obwohl noch verhältnismässig niedrig, doch besorgniserregend. Vor allem sind wir jetzt bei einer lokalen transmission angekommen. Es sind nicht mehr länger die vom Ausland eingeflogenen Träger. Inzwischen sind viele counties betroffen. 

Der county indem wir beheimatet sind, wird von diesem netten Herrn mit geleitet. Es handelt sich hier um den stellvertretenden Gouverneur des Garissa county. Um ihn herum hat sich ein Kommittee gebildet das sich etwa alle 14 Tage trifft, bis heute noch in einem Raum. In Zukunft sollen aber auch diese Treffen virtuell abgehalten werden um Ansteckung zu vermeiden und ein positives Beispiel für die Bevölkerung zu sein. 



Bei dieser Art von Kommittee ist es wichtig dass möglichst eine breite Aufstellung von Behörden und Partnern dabei ist. Der Mann in Uniform ist der Polizeikommandant und damit für die Sicherheit zuständig. Seit einer Woche ist eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. So etwas kann nur durch Polizei durchgesetzt werden, leider manchmal auch mit roher Gewalt. 


Im Sitzungssaal des Gouverneurs wird debattiert über die beste und sinnvollste Weise den "Krieg gegen das Virus", wie es inzwischen genannt wird, strategisch zu führen. Es ist keine leichte Aufgabe gegen kulturelle, finanzielle und gesellschaftliche Normen anzugehen die den Kampf erschweren. Eine Situation die heute diskutiert wurde ist das Rauschmittel "Khat". Täglich werden Tonnenweise von diesem Stimulant per Landcruiser in alle Gebiete die von Somalis bewohnt werden, transportiert. Seit Ausbruch der Coronakrise ist diese Droge offiziell verboten. Der Grund ist die Art und Weise wie sie gehandhabt wird. Sie läuft buchstäblich durch zahllose Hände und birgt daher grosses Risiko. Strengere Massnahmen sollen ergriffen werden und Hintertüren geschlossen werden.


Zum Schluss unsere lokalen Resourcen die wir nutzen. Unser Kijabe team hat schon angefangen Gesichtsmasken herzustellen, Auch diese Schutzmasken wie ich hier eine trage können gut und günstig selber hergestellt werden. Es braucht Klarsichtfolie, Schaumstoff, Gummiband und guten Kleber wie Pattex und schon kann mit wenig Geld Schutzkleidung zur Verfügung gestellt werden. Auch das Nähen von Masken ist denkbar einfach und die Stadt ist reich an Schneidern die mit ihren Nähmaschinen versuchen sich ihr tägliches Brot zu verdienen. 
Möge wir alle unseren Beitrag leisten die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und sogar zu verhindern. 
Bis demnächst auf diesem Kanal