27.11.2023
Liebe Verwandte und Freunde,
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Twende Safari
Welche Flagge ist das wohl?
In den letzten 2 Jahren bevor wir Kenia verlassen hatten, begannen wir
eine Serie von video clips mit dem Titel "Twende Safari". Das
heisst soviel wie, lasst uns miteinander auf die Reise gehen. Seit mehr
als einem halben Jahr leben wir aber nicht mehr in Kenia sondern im
nördlichen Nachbarland.
Wir hören nicht mehr das vertraute Kiswaheli in den shops, man hört
keine christliche Anbetungsmusik mehr aus den Häusern und Kirchen am
Sonntagmorgen. Die Sounds die wir jetzt hören kommen aus den
Lautsprechern der unzähligen Minarette der Moscheen die den islamischen
Gebetsruf über die Dächer unserer Stadt erschallen lassen. Es gibt auch
nicht mehr das viel geliebte Wochenende so wie wir es kannten. Am
Donnerstag nachmittag kehrt eine gewisse Ruhe ein, das hiesige
Wochenende wird eingeläutet. Am Freitag sind im Prinzip die Geschäfte
geschlossen. Am Samstag ist dann der erste Arbeitstag der Woche. Obwohl
der Sonntag ein ganz normaler Alltag ist, hat er für uns trotzdem auch
hier die besondere Bedeutung. Es ist der Tag an dem wir als Team
zusammen kommen, um in einem unserer Häuser gemeinsam Gottesdienst zu
feiern. Wir sind dankbar, dass uns diese Freiheit zugestanden wird.
Ach ja, und dann gibt es noch die Siesta. Eigentlich muss
geschäftliches morgens erledigt werden, denn um 12:30 schliessen Läden
und Geschäfte und öffnen erst wieder gegen 16:30. Um 18 Uhr ist wieder
Gebetszeit. Danach ist es dunkel und wir sollten eigentlich nicht mehr
unterwegs sein aus Sicherheitsgründen. An vieles kann man sich schnell
gewöhnen, anderes dauert etwas länger.
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Amoud University
Im letzten Rundbrief hatten wir schon von unserer Partnerorganisation
Amoud University geschrieben. Durch sie bekommen wir unsere Einladung
im Land zu sein und sie zeichnet auch verantwortlich für unsere
Sicherheit. Bei jeder Überlandfahrt muss ein bewaffneter Soldat mit an
Bord sein. Und derselbe wohnt auch auf unserem Grundstück.
Dörte hat sich in die landwirtschaftliche Fakultät eingearbeitet. Man
findet sie tatsächlich mit der Hacke im Gemüsegarten der
Landwirtschaftlichn Fakultät. Im Sommer war der Kampf mit den Insekten
fast nicht zu gewinnen. Alles wurde abgefressen. Seit das Semester im
Oktober wieder angefangen hat, sind drei Klassen auf dem Feld
unterwegs. Manche hacken, manche verteilen coole Sprüche und manche
kochen in Gedanken schon die Karotten. Als Sahnehäubchen würzen wir die
Gartenzeit mit den Studenten durch Englisch Konversation. Sie versuchen
in Englisch weiter zu kommen und Anleiterin Dörte in der Landessprache.
Wer hätte das gedacht: Garten und Landwirtschaft als sozialer
Treffpunkt mit der jungen Generation! Ideen und Pflanzen aus Kenia
bringen auch optisch etwas Neues. Amaranth Blätter heissen jetzt hier
Kenianischer Spinat. Für Anbau auf kleinstem Raum gibt es den
Kegel-Garten, der wie eine Riesen Hochzeitstorte aussieht.
Der Abteilungsleiter Agrarwissenschaft hat uns eingeladen die neuen
Studenten (1200 an der Zahl) mit peptalks für den Fachbereich
Landwirtschaft und Umwelt zu rekrutieren, das bedeutet auch, man wurde
wahrgenommen als hilfreicher Teil im Getriebe.
Thomas ist der "Alte", der "Pate", der das Team
koordiniert und für networking zuständig ist. Personalmanagment,
Pastor, Mentor, Facility Manager, Partnerschaftskoordinator... jeden
Tag ein anderer Schwerpunkt, damit wir als Team in den Spuren unseres
Herrn unterwegs sein können.
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Das Team
zwar ohne Namen aber doch kurz vorstellen wollen wir unseren Clan dann
doch. Da gibt es R. eine Krankenschwester aus Deutschland, sie
instruiert in der wichtigen Arbeit der Krankenpflege. Sie ist schon
viele Jahre im Land. Dann gibt es noch 2 singles aus USA, S und K,
beide sind Dozenten für Allgemeinmedizin, ebenfalls schon etliche Jahre
im Land. Eine junge Familie aus den USA, N und K mit dem knapp
einjährigen T. sind seit 2 Jahren im Land und seit Juli bei uns. Sie
haben Krankenpflege bzw. Labortechnik als Hintergrund. Der Neuzugang,
ebenfalls aus den USA ist die Familie D. Er ist Chirurg, die Ehefrau
kümmert sich um die 4 Jungs im Alter von 4 bis 10 Jahren.
Einige sind schon lange da und wirken ermüdet durch das Leben in
der fremden Kultur. Die anderen kommen voller Energie neu an diesem
Platz an, können aber noch nicht alleine einkaufen gehen. Was hilft da
besser als ein gutes Abendessen und die Frage, wie geht es
dir/euch?
Freitags treffen wir uns als Team und sprechen über so hübsche Themen
wie Risiken und Gefahrendrill, aber auch Picknick im Flussbett oder auf
einem Hügel. Einmal im Monat findet unser Gottesdienst auf einer Matte
unter einem Akazienbaum im Busch statt. Uns so haben wir in den letzten
Wochen eine gewisse Routine und Offenherzigkeit im Team gespürt.Dafür
sind wir sehr dankbar und hoffen, dass wir alle in diese Richtung
weiter wachsen.
Recht oft kommen Besucher zu uns, obwohl wir gefühlt am Ende der Welt
leben. Die meisten tragen die Frage im Herzen ob sie an einem Platz wie
dem unseren leben können. Manche beantworten die Frage mit einem klaren
Nein oder mit einem "vielleicht".
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Griechenland
Man lernt nie aus, das ist allgemein bekannt und dem Motto folgen wir.
Wir sind uns bewusst dass wir mit dieser Einstellung leben müssen um
die Herausforderung: "interkulturelles Leben" gut zu
meistern. Wir wurden von unserer Partnerorganisation nach Griechenland
für ein Leiterschaftstraining eingeladen. Uns wurde ein Mentorenehepaar
an die Seite gestellt, mit denen wir für die nächsten 2 Jahre sozusagen
den Weg gemeinsam gehen. Man trifft sich in regelmässigen Abständen, um
gesteckte Ziele abzufragen, und Streckenabschnitte zu evaluieren. Das
Ehepaar hat über 40 Jahre in verschiedenen Ländern Afrikas gelebt und
sind jetzt im Ruhestand in Amerika. Wir sind dankbar für Wegbegleiter,
so wie es auch viele von Euch für uns sind. Ach ja, und nebenbei
besuchten wir einige Stationen des Apostels Paulus wie z.B. den Areopag
wo Paulus seine berühmte Rede an die Athener hielt.
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Familienbesuch
Wir freuen uns auf den angesagten Besuch von unseren Kindern. Hanna-Joy
macht eine Missionsreise nach Djibouti, das liegt bei uns ja um die
Ecke, so dass sie zu Weihnachten bei uns sein kann. Das wird dann auch
der Abschluss ihrer mehrmonatigen Weltreise.
Benji hat inzwischen sein Studium hinter sich. Er ist seit einigen
Wochen mit Laura verlobt. Sie wollen im August 2024
heiraten. Laura hat ein Studium in Bern angefangen und Benji hat
aus gegebenem Anlass eine Stelle in der Nähe von Bern ab März '24. Die
beiden wollen im August heiraten. Und für Weihnachten sind sie bei uns.
So singen wir schon jetzt "coming home for christmas"
! Unser Team hat gebeten, dass wir als deutsche Delegation den 24.
Dezember gestalten, denn man kennt sonst eher den 25.12. morgens als
Feiertag. Was macht den Heiligen Abend in Deutschland zu einem
besonderen Tag? Das ist eine schöne kreative Herausforderung darüber
nachzudenken und hier in diesem Umfeld zu gestalten. Ein Umfeld in dem
Weihnachten gänzlich unbekannt ist.
Wir beten dass Christus der Herr in dieser Region bekannt wird als der
Erlöser und Immanuel, der 'Gott mit uns'.
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Mit ganz herzlichen Grüssen aus dem Horn von
Afrika,
Thomas und Dörte
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