Donnerstag, 19. Dezember 2019

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Daud 

Daud ist etwa 23 Jahre alt und wurde erst vor kurzem von einer Dorfgesundheitshelferin "gefunden". Bis dahin hatte er nie eine Klinik gesehen, geschweige denn medizinische Hilfe in irgendeiner Form erhalten. Behinderte werden oft versteckt gehalten weil sie als "Fluch Allah's" verstanden werden. Die Mutter hat wirklich versucht ihm so gut es ihr möglich war zu helfen. Letzte Woche konnten wir Daud einen nagelneuen Rollstuhl bringen. Das Kissen auf dem er sitzt musste genau nach seiner Körperform angepasst werden. Aber jetzt kann er so sitzen dass er einigermassen bequem ist. Toll ist es zu sehen, dass auch in einer von Resourcen nicht verwöhnten Umgebung doch die Hilfe zu Hause die beste und wichtigste ist. Es sind immer Kinder um ihn und schieben ihn zwischen den Hütten herum und er kann sich freuen weil er ständig umgeben ist von Leuten. 

Vor einigen Tagen, an einem Wochenende, packte ich meine kleine Maschine und fuhr in eine Gegend die ich schon immer mal besuchen wollte. Der Ort heisst Malka Mansa und war bis vor einigen Jahren ein Ort wo kenianische Missionare ihre Basis aufgeschlagen hatten. Bewohnt wird der Ort von verschiedenen Stämmen. Da gibt es die Leute die hauptsächlich in Wajir beheimatet sind, dann gibt es die Orma und die Munyoyaya. Allein über die Pisten zu fahren, jetzt nachdem es so richtig viel geregnet hat ist atemberaubend schön. In all den Jahren in denen wir jetzt im Nordosten Kenias unterwegs sind, war es nie so grün wie in diesen Wochen. Ausgiebiger Regen und vor allem anhaltender Regen hat dazu geführt dass die Vegetation so ist wie es auf diesem Bild zu sehen ist.

Malka Mansa kann stolz von sich behaupten dass es einen grossen Baum in der Mitte hat und gleich daneben befindet sich der "Guled shop". Beim reinfahren in den Ort musste ich mich erst mal kundig machen wo ich mich befinde. Innerhalb kürzester Zeit sammelt sich eine Menschentraube um mich herum und alle wollen wissen wo ich herkomme, warum ich hier bin und wohin ich fahre. Durch die verschiedenen Sprachen die ich in dem Gespräch verwende kommt eine gewisse Verwirrung auf. Bin ich einfach Weisser, also Amerikaner oder Europäer? Oder vielleicht doch eher Araber? Ich lasse die Spannung so stehen und gehe rüber in den Guled Shop und schaue ob es dort etwas zu trinken gibt. Unter einem Schattendach ist eine Matte ausgebreitet, auf die setze ich mich erst mal und bekomme eine warme Cola zero serviert und werde von den beiden Jugendlichen die man hier auf dem Bild sieht unterhalten. 
Auf dem Weg zurück muss ich schnell machen um dem näher kommenden Regen vorauszufahren. Die Sandpisten verwandeln sich schnell in unpassierbare Schlammlöcher. 
Merry Christmas 


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