Mittwoch, 12. Juni 2019

Auf Wiedersehen

Auf Wiedersehen Deutschland,

so war der Titel unseres Rundbriefs der vor einigen Tagen rausging

Für ein halbes Jahr führte unser Weg weg von der Staubpiste und den schlaglochübersäten Strassen Afrikas hin zu den vollen Autobahnen Deutschlands. Wir kreuzten quer durchs Land, um Besuche zu machen, in Hauskreisen zu erzählen, in verschiedenen Gemeinden zu predigen. Wir haben uns auch in der gemeinsamen Predigt geübt. Ein Familienurlaub führte uns auf die schöne Mittelmeerinsel Malta. Der Kongress christlicher Führungskräfte in Karlsruhe war ein Höhepunkt. Ach, natürlich war auch wieder ein Kairos Kurs dabei (der taucht inzwischen in fast jedem Rundbrief auf): Zum dritten Mal waren wir mit dem eingespielten Velberter Kairosteam zusammen. Zusammen mit dem Jugendpastor unserer Gemeinde gestalteten wir eine coole Jugendwoche. Gute Gelegenheit den eigenen Glauben zu festigen und zu vertiefen.  Während wir in der Velberter Innenstadt unterwegs waren, trafen wir unsere Somali Freundinnen, die wir 2015 kennengelernt hatten. Ein paar Sätze Somali und schon fühlen wir uns Zuhause!
Ich, Dörte, mochte diese Zeit in Deutschland sehr. Wir hatten dieses Mal keine grossen Grundsatzentscheidungen zu treffen. Zeit mit den Kindern und der grösseren Familie sind besondere Zeiten. Wir haben euch getroffen und einander von unseren Leben erzählt. Ich freue mich über die Vorbilder, die voller Elan und Hoffnung vorausgehen. Hoffnung und Handeln Gottes sehe ich in unseren Geschichten und daran freue ich mich.  Außerdem waren wir bis zum warmen Sommer in Deutschland, Fahrradfahren und grüner Laubwald tun einfach gut, reparierte Zähne, Vorsorgen etc. machen mich dankbar und geben mir den Eindruck, dass wir jetzt dann bereit sind wieder loszuziehen.

Bleib flexibel-
....sagt die Bibel, so sagen manchmal unsere Kinder scherzhaft, wenn sich Pläne kurzfristig ändern. Das steht so nicht in der Bibel, aber Psalm 31:15 sagt: "Meine Zeit steht in Deinen Händen". Ganz in der Nähe, nämlich in den Sprüchen Salomos 3 vers 5 liest es sich so: "Verlass Dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass Dich nicht auf Deinen Verstand. Sondern gedenke an ihn in allen Deinen Wegen so wird er Dich recht führen."
Als IKM (Interkultureller Mitarbeiter im heutigen Sprachgebrauch) unterwegs zu sein erfordert Flexibilität. Statt am Himmelfahrtstag zurückzufliegen, entschieden wir uns, noch an unserer jährlichen Missionskonferenz von VM International, Ende Juni, teilzunehmen. 
Wiederausreise nach Kenia am 4. Juli 2019
Ende Mai wurden wir offiziell und feierlich mit Gebet und Segnung von unserer Heimatgemeinde, der Christusgemeinde Velbert, ausgesandt. Vor ziemlich genau 20 Jahren standen wir schon einmal dort an der Stelle, damals noch mit kleinen Kindern, um zum ersten Mal  ausgesandt zu werden. Viele weitere Aussendungen folgten. Es war immer ein emotionales Erlebnis von dem Leib Christi für den Auftrag einem Volk am anderen Ende der Welt zu dienen, gesandt zu werden. Auch dieses mal starke Worte der Ermutigung, mit denen wir weiter den Rückenwind des Herrn Jesus Christus spüren.
Die jungen Erwachsenen- unsere Kinder
Hanna-Joy hat inzwischen ihr Bachelor Studium in Freiburg abgeschlossen ist aber offiziell immer noch Studentin. Sie gibt ihrem Studium den praktischen Unterbau durch die Arbeit als Rettungssanitäter. Damit sie bald mit Blaulicht den Rettungswagen fahren kann, sieht man sie in einem LKW der Fahrschule die Strassen Freiburgs durchkreuzen!
Joas Benjamin studiert weiterhin in Düsseldorf Medizin. Das berühmt berüchtigte Physikum kommt immer näher und wirft seine Schatten voraus. Wenn er zur Entspannung die Kochtöpfe erhitzt und seine Gewürze in raffinierter Weise einsetzt, kommen Freunde und Kommilitonen gerne in die WG.
Und was kommt als nächstes?
Während wir in Deutschland waren ging die Arbeit in Kenia weiter. Unser starkes Team mit Dr. Mary hat sich weiter um die Dörfer gekümmert. Kijabe Hospital hat mehrere Besuche in unserer Stadt G-town gemacht. Auf oberster Ebene liefen die Gespräche bis dahin, dass nun ein Kooperationsvertrag zwischen Kijabe Hospital und dem Gesundheitsministerium der Stadt vorliegt. Die Regierung muss sich noch Gedanken machen, ob sie bereit sind etwas zum Erfolg des Projektes dazu zutun. Es geht um die Ausbildung von Notfallmedizinern und Narkose Fachleuten. Krankenpfleger werden eine Zusatzausbildung bekommen, um im OP Saal dafür zu sorgen, dass der Chirurg operieren kann auch wenn im Umkreis von mehreren hundert Kilometern kein Narkosearzt zu bekommen ist.
Wir werden die Dozenten, die für mehrere Monate aus Kijabe nach G-town kommen, in unser bestehendes Team integrieren.
Außerdem sind wir mit einer Frau aus England mit tanzanischen Wurzeln im Gespräch. Sie möchte sich auf unser 2-jähriges Programm  einlassen. Und auch sonst haben sich schon einige Besucher angemeldet.
Wir freuen uns wieder darauf mit unseren Freunden aus der kenianischen Kirche zu leben, zu arbeiten und zu entwickeln.

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