Freitag, 5. November 2010

Post am Freitag

Hallo,
Es ist ganz schoen lange her seitdem ich zum letzten mal einen Beitrag geschrieben habe. Das kommt wohl hauptsaechlich daher dass ich gerade an meiner Thesis fuer meine masters arbeit schreibe und daher sehr viel am computer schreibe und forsche und von daher leider die wichtigen Dinge wie unsere Freunde am laufenden zu halten, vernachlaessige.
Die Hauptfrage der ich nachgehe in meiner Arbeit, welchen Eindruck machen wir auf die Besucher von der anderen Seite der Grenze, die unsere Dienste in Anspruch nehmen. Immerhin haben wir taeglich 80 - 100 Besucher die ethnisch Som s sind. Nicht alle sind Patienten, aber in dieser Kultur kommt einer der krank ist nicht allein zum Arzt, sondern hat mindestens ein und manchmal 3 Freunde oder Verwandte mit dabei. Viele von den Gaesten die zu uns kommen sind dann auch mit relativ viel Zeit da, weil in Kenia auch nichts wirklich schnell geht. So sitzt man dann oft auch be einer Tasse Tee und diskutiert Dinge des taeglichen Lebens, was gerade im Nachbarland laeuft, wo gerade wer um welche Machtposition kaempft, wie man vielleicht am besten aus Afrika rauskommt, und welches Visum am meisten verspricht. Bei alledem kommt man nie am Reden ueber Gott rum, an irgendeiner Stelle kommt man auf ihn zurueck, der letztendlich alles kontrolliert und auch ueber den einzelnen Menschen bestimmt. Auchh wenn es mal hitzige Debatten sind, freut man sich doch am Ende, dass man sich wieder ein bisschen naeher gekommen ist und sich mehr versteht.
Waehrend wir uns auf dieser Ebene verstehen, geht auf der anderen Seite ein unglaublich brutaler Krieg vor sich, wo taeglich Leben eingebuesst werden und Familien zerstoert werden. Viele haben inzwischen die Hoffnung auf einen Frieden und Wiederherstellung des Landes aufgegeben und sind quasi zwischen Baum und Borke, koennen nicht vor und nicht zurueck. Fuer viele ein ganz traumatisierendes Erlebnis, weil 20 Jahre eben wie eine Ewigkeit sind, und so lange waehrt schon der Krieg.
Wir reden weiterhin von dem Prinz des Friedens der in der Lage ist selbst ein Chaosinferno wie Somalia wieder zu einem bewohnbaren Platz zu machen.
Manche wollen die Botschaft hoeren, andere machen sich lustig drueber, aber in der Zwischenzeit wachsen tiefe und echte Beziehungen zwischen vielen und uns die wir hier im Hospital arbeiten.
Fuer heute viele Gruesse, Thomas

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