Hallo zusammen,
ich gruesse Euch alle aus einem trockenen und sonnenverbrannten Kenya. Wir
sind alle sehr dankbar fuer den Frieden den wir in den letzten Monaten
geniessen konnten. Die Nahrungsmittelversorgung im Lande ist schwierig
geworden was verschiedene Gruende hat. Einmal liegt es an dem Chaos, das wir
am Anfang letzten Jahres hatten und die letzten beiden Regenzeiten waren
sehr schwach oder haben gar keinen Regen gebracht, vor allem in den
Gebieten, die an und fuer sich sehr produktiv sind.
Die Kinder sind seit dieser Woche wieder zurueck in der Schule und freuen
sich die meiste Zeit an der positiven Atmosphaere die sie dort haben.
Benjamin hatte diese Woche seinen Geburtstag gefeiert und hat viel Spass mit
seinen Freunden gehabt.
Kurz nach Weihnachten haben wir ein Maedchen aus dem Nachbarland
aufgenommen. Sie kommt aus der Naehe der Hauptstadt des Nachbarlandes und
hat sich auf die Suche nach Menschen gemacht, die sie lehren koennen. Weil
sie keine Verwandtschaft hier in unserem Land hat, haben wir sie
aufgenommen. Wie lange sie bleiben wird, wissen wir nicht. Aber sie ist wie
ein Schwamm, der alles aufsaugt, und Doerte nimmt sich sehr viel Zeit mit
ihr und lehrt sie alles was sie nur lehren kann. Es muss alles noch in der
Muttersprache des Maedchens geschehen, weil sie nie eine andere Sprache
gelernt hat. Damit sie einziehen konnte, mussten wir unseren Pflegesohn
ausquartieren, fuer ihn ist es ein bisschen einfacher, als Junge kann er
schon mal leichter bei Freunden schlafen. Er ist auch nicht mehr wirklich
lange bei uns, weil in wenigen Wochen die naechste Phase seiner Ausbildung
anfaengt. Er hat im Dezember seine Grundschule abgeschlossen, die hier 8
Jahre lang geht. Allerdings hat er sie in 4 einhalb Jahren gemacht, von
daher muessen wir sein Ergebnis immer noch positiv werten. Wir hoffen und
beten, dass er mit Entschlossenheit und Konzentration an die Sekundaerstufe
rangeht und sich reinhaengt.
Diese Wochen hatten wir interessante Besuche bei uns im Hospital. Einer kam
aus dem Nachbarland und hat sich auf die Suche nach Menschen gemacht, die
ihn das Buch lehren koennen, das wir so schaetzen. Er hat es vor einiger
zeit kennen und liebengelernt. Er hat dafuer allerdings auch einen Preis
bezahlt. Als er beim lesen des Buches entdeckt wurde, hat man ihm den
Oberschenkel zertruemmert und seither laeuft er auf Kruecken. Er hatte kein
Geld fuer ein Krankenhaus, so dass der Knochen nie gefixt wurde.
Interessanterweise kam er nicht um Medizin zu suchen oder Hilfe fuer sein
Bein, sondern ausschliesslich um Gemeinschaft gleichgesinnter zu finden und
in der Wahrheit des Buches gelehrt zu werden. Beim ersten Treffen hat er nur
noch geheult, dass er jetzt nach langer Suche endlich Menschen gefunden hat,
die ihn verstehen und ihm das geben, wonach sein Herz sich so sehr gesehnt
hat.
Fuer heute so weit, schoenes Wochenende, Thomas
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