Samstag, 13. Dezember 2008

trip in den Norden

Hallo,
Ich bin ein bisschen in Verzug geraten mit dem schreiben. Letzten Samstag
waren wir im hohen Norden Kenias zu einer Hochzeit von einem guten Freund
von uns. Wir fuhren am letzten Mittwoch los und haben einige stops gemacht,
einmal in einem camelcamp und die zweite Nacht in einem Nationalpark wo wir
an einem Fluss gecampt hatten. Wir sind durch wunderschoene einsame
Landschaften gefahren. Dort wo es sonst eher trocken und nach Wueste
aussieht, war es diesmal gruen und satt. Ueberall auf der Strasse waren die
Spuren von Elefanten zu sehen, die sich an der reichen Weide gütlich taten.
Freitag kamen wir dann in Marsabit an, der Ort, wo die Hochzeit stattfand.
Es war besonders schoen für uns, diese Feier mitzumachen, da dieser junge
Mann fast ein Jahr lang mit uns im Hospital gearbeitet hat und dort eine
Liebe fuer die Somalis bekommen hat, das ist insofern ungewöhnlich, da
seine Volkgruppe und Somalis seit Jahrhunderten erbitterte Feinde sind. Er
kommt aus dem Boranastamm, die unmittelbar an unser Zielvolk angrenzen. Sie
sind kulturell und sprachlich sehr eng verwandt und sehen sich auch sehr
aehnlich. Das frische Ehepaar zieht in Kuerze in eine Somalistadt noch
innerhalb Kenias, nach Garissa, um dort ihren Dienst dann zusammen
weiterzumachen. Sie werden hauptsaechlich in einem der grossen
Flüchtlingscamps an der somalischen Grenze arbeiten. Bei unserer Reise hat
uns Abdi begleitet, und er durfte sich als Boranajuengling verkleiden, und
auf dem Bild seht ihr ihn in der traditionellen Tracht.
Auf dem Rueckweg sind wir dann noch in Isiolo angehalten, das ist etwa auf
der halben Strecke nach Nairobi und haben noch einige unserer Leute besucht,
die wir damals aus Wajir rausgeholt haben, nachdem die Situation fuer
Christen sich immer mehr verschlechtert hatte. Obwohl auch in dieser Stadt
eine muslimische Mehrheit vorherrscht, ist das Leben doch viel angenehmer
fuer Christen, die aus islamischen Hintergrund kommen. Dort ist eine sehr
bunte Mischung an verschiedensten Staemmen, und jeder scheint sich um seine
eigenen Angelegenheiten zu kuemmern.
Im Krankenhaus geht alles immer noch seinen gewohnten Gang, obwohl wir uns
inzwischen kurz vor Weihnachten befinden. Krankheit fragt nicht nach
Feiertagen und so geht es weiter mit vielen Anfragen nach Behandlungen, die
selbst in Europa oder Amerika gar nicht moeglich waeren. Mogadishu ist nach
wie vor ein konstanter Zulieferer von Patienten, und man sieht dort Dinge,
die man sich nicht vorstellen kann, vielleicht schicke ich Euch das naechste
mal ein Bild von einem Krebspatienten, der seit 6 Jahren einen unbehandelten
Hautkrebs im Gesicht hat. Wir haben hier schon vieles gesehen, aber noch nie
einen derart entstellten Menschen. Er kam den ganzen weiten Weg aus
Mogadishu bei uns an, nur um einige Tage spaeter gesagt zu bekommen, dass
nichts auf der ganzen Welt nach menschlichen Ermessen fuer ihn getan werden
kann. Und so fuhr er wieder zurueck in sein Land, nur mit der Hoffnung, die
wir ihm gegeben haben, dass Gott heilen kann, und alle Dinge fuer ihn
moeglich sind.
Mit diesem post wuensche ich eine schoene Woche, Thomas

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