Donnerstag, 16. Oktober 2008

neues aus Kenya

Hallo,

Mein erster blog in deutsch mehr als zwei Wochen nachdem ich wieder in Kenya bin. Ich sitze gerade in unserem Wohnzimmer, Hanna-Joy übt ihre Klarinette, Dörte richtet das Abendessen und Joas Benjamin hilft dabei. Vor ungefähr einer Stunde kam ich mit Dörte aus Nairobi zurück. Sie ist heute nachmittag von einem Vorbereitungstreffen fuer eine Konferenz aus Addis Abeba zurueckgekommen. Ich war hier mit unserem Pflegesohn, Abdi um zu sehen wie es bei ihm weitergeht. Er war am Samstag von der Schule geflogen, mit verschiedenen Anschuldigungen. Das Hauptproblem schien sein Temperament gewesen zu sein, das er nur schwer kontrollieren kann. Nach einer strengen Unterredung mit einem meiner Somalibrueder und einem Anruf an der Schule, durfte er heute wieder los und wird auch sein Examen schreiben duerfen, das in wenigen Wochen beginnt.

Seit diesem Sommer ist bei uns im Krankenhaus ein Arzt aus USA, der fliessend arabisch spricht und jetzt im Begriff ist, Somali zu lernen. Mit ihm bin ich die letzten Tage unterwegs gewesen um Gespräche mit Muslimen zu suchen, Gebet anzubieten oder einfach zu helfen, wo Hilfe nötig ist.

Er ist im weissen Kittel und hat damit den Doktor Status, obwohl er noch gar nicht offiziell im Krankenhaus arbeitet, sondern eigentlich noch Sprachschueler ist, und zusammen hatten wir eine klasse Zeit. Eine junge Somalifrau die jahrelang an der Hauptmoschee in Mekka gearbeitet und gelernt hat war da und hat uns in Gespräche verwickelt, die sehr interessant waren und sich um die zentralen Themen des Glaubens handelten. Letzendlich geht es immer wieder darum, die Wahrheiten des Evangeliums der Lehre des Islam gegenüberzustellen. Das geschieht auf sehr unterschiedliche Weise. Ein älterer Mann wurde bei uns eingeliefert, kam direkt aus Mogadischu, und als er von seiner Heimatstadt erzaehlte, kamen ihm die Tränen, weil sein Land und Heimat keinen Frieden finden, und es nach menschlichen Ermessen auch in naher Zukunft keine Aussicht auf Frieden gibt. Wir konnten ihm nur sagen, dass es einen gibt, dessen Name Friedefürst heisst. Und der muss bekannt werden in diesem Land.
So viel fuer heute, schoenes Wochenende, Thomas

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