Hallo,
die Stimmung hat sich gewaltig geaendert in den letzten Tagen hier in Kenya. Am Donnerstag abend wurde eine Einigung zwischen dem Praesidenten und dem Oppositionsfuehrer erreicht. Man hat sich auf eine Gewaltenteilung geeinigt und es wird nun bald der Posten eines Ministerpraesidenten geschaffen. Das wird heissen, dass der Praesident weiter im Amt bleibt aber nicht mehr mit der absoluten Macht wie bisher, sondern er wird einiges an seinen Gegner abgeben muessen. In der westlichen Stadt Kisumu, der Heimat Odingas von der Opposition, wurden Freudentaenze aufgefuehrt, und im restlichen Land gab es ein grosses Aufatmen nach all der Spannung der letzten Wochen. Der internationale Druck war enorm, aber auch das taktische Geschick von Kofi Annan darf nicht unterschaetzt werden. Die Menschen Kenias haben sehr viel in diesen Wochen fuer ihr Land gebetet, jetzt wo sie geschmeckt haben, wie wertvoll und wichtig Friede wirklich ist. Noch muss Friede wieder zurueckkehren zu den Menschen, die noch in den Lagern sitzen und noch kein Dach ueber den Kopf haben, weil ihre Haeuser verbrannt sind. Und die anderen deren Angehoerige nicht mehr sind, die werden Zeit brauchen bis sie wieder Mut haben sich auf den anderen Stamm einlassen zu koennen. Aber ohne diesen Deal auf der obersten Etage kann auch auf grassroot ebene nichts passiert. Bei uns hier im Krankenhaus normalisiert sich die Lage nur langsam. Manche von denen, die geflohen sind, kamen zurueck andere warten noch ab um zu sehen ob der Peacedeal wirklich haelt. Wir warten noch auf manche unserer Aerzte, vor allem Gynaekologen und Orthopaeden die noch nicht zurueck sind.
Doerte hatte diese Woche einige interessante Begegnungen mit Somalis hier bei uns im Krankenhaus. Und zwar waren sie vom Tod gepraegt. Ein 8 Tage altes Baby wurde mit vielen Anomalien bei uns eingeliefert. Und da die Mutter nur Somali sprach hat sich sehr schnell ein enges Band zwischen der Mutter und Doerte entwickelt. Doerte konnte mit dabei sein als das Baby seinen letzten Atemzug tat und anschliessend fanden sehr schoene Gespraeche statt und man hatte das Gefuehl dass ein Band gewoben wurde waehrend dieser Zeit. Wir beten, dass diese Gespraeche genug Lebenskeim in sich getragen haben und aufgehen.
Thomas
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