Montag, 24. Oktober 2016

Cancer Run - Rennen gegen Krebs


Krebs wird hier ganz oft ganz spät erkannt. Voruntersuchungen gibt es kaum. Patienten kommen ins Krankenhaus wenn es meist schon "zu spät" ist.
Die Palliativabteilung in Kijabe ist erst ein paar Jahre alt. Sie wurde von der Mutter unseres Chef Chirurgen aus Australien eröffnet.
Patienten, die früher in Agonie ihr Leben beendet hätten, bekommen hier durch unser Palliativ team liebevolle Begleitung, die richtigen Medikamente und wenn irgendmöglich werden Behandlungen, von Operationen, Bestrahlungen oder auch Chemotherapie zur Verfügung gestellt. Leider hat der Mangel an sozialer Absicherung in einem Land wie Kenya dazu geführt dass die knappen Resourcen dann ganz schnell aufgebraucht werden.
Heute war der Cancer Run - das Rennen gegen Krebs - in Kijabe. Jeder konnte teilnehmen, die fitten rannten, die weniger fitten sind gewalkt, gewandert. Andere, so wie ich, waren auf ihren Fahrrädern unterwegs. Wie man auf dem Bild sehen kann, hat es Spass gemacht, Selfies wurden in grosser Zahl gemacht. Action cams auf dem Helm, haben die ganze Aktion festgehalten. Es gab nur wenige Verletzte und alle kamen ans Ziel.
Mit dieser Fundraising Aktion kann hoffentlich vielen Menschen geholfen werden, die Palliativ Pflege zu bekommen die sie benötigen. Und gleichzeitig war die ganze Aktion dafür da um ein Bewusstsein zu fördern, für die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen.
LG, T u D

Dürre und Hunger - das Monster hebt wieder seinen Kopf

Dieses Bild stammt vom März diesen Jahres als die Kamele noch in der Garissa Gegend waren.


Ende September waren wir in Garissa. Es war schon sehr trocken, die Wasserlöcher ausgetrocknet, Herden waren kaum noch zu sehen. Die Hirten sind den alten überlieferten Pfaden gefolgt in der Hoffnung dass sie dort genug Weide finden um dafür zu sorgen dass die Herden überleben und damit auch das Leben der Familien gesichert ist.
Erst seit letzter Woche darf offiziell das Wort Dürre und Hunger erwähnt werden. Der Präsident der Republik Kenya hat vergangene Woche den Notstand für den ganzen Norden und Nordosten des Landes ausgerufen, auf allen Kanälen waren und sind jetzt noch abgemagerte Kühe und ausgetrocknete Wasserlöcher zu sehen. Die Herden sind ausgezehrt, Kälber stehen neben der Karkasse der Mutterkuh und auch das Kalb hat sicher nur noch kurze Zeit bis es eingeht.
Natürlich ist der Nordosten, Garissa, Wajir und Mandera, aber auch das Gebiet um den Turkana See stark betroffen. Aber das heisst nicht dass andere Teile des Landes nicht in der einen oder anderen Weise mit betroffen sind, auch wenn diese nicht unmittelbar zum Hungergebiet erklärt werden. Das ganze Land fühlt den Schmerz des Hungers. Jetzt geht es erstmal ums überleben, alle Schalter sind auf "survival mode" umgeschaltet.
Die Hoffnung ist jetzt auf die Regierung gerichtet, auf Hilfsorganisationen die mit Notrationen intervenieren sollen, zumindest ist das die Erwartung die die Menschen jetzt haben. Besonders die unter 5-jährigen Kinder sind am anfälligsten.
Biyo waa nolosha - Maji ni Uhai - Wasser ist Leben. Das ist in Somali und in Kisuaheli das Schlagwort das eben nicht nur ein Schlagwort ist. Es ist tatsächlich so dass es in vielen dieser Hungerregionen seit über einem Jahr nicht mehr geregnet hat. Das Land ist regelrecht ausgedörrt.
Wir hoffen dass die Regierung in der Lage sein wird in dieser Krisenzeit rechtzeitig Hilfe zu senden, obwohl wir auch aus den Medien mitbekommen dass die Reserven sehr begrenzt sind.
Von unserer Seite können wir erst einmal nur für Regen beten.
Wenn Ihr könnt, betet bitte mit für Kenia, für Regen, für Gras dass die Kühe, Kamele und Ziegen wieder Milch produzieren können, und nur dann können auch die Kinder wieder die richtige Ernährung bekommen. Ein anderes Sprichwort in Somali betont den Zustand von Segen wenn es Frieden gibt und einen Überfluss an Milch. Nur dann ist das Leben gut und lebenswert. Möge die Gegend wieder voll werden von Nabad (Frieden) und Caano (Milch).
LG, T u D