Die vergangene Woche war sicher ein Höhepunkt für unser ganzes team. Am Sonntag abend kam per Flugzeug Verstärkung für unser lokales team aus Kijabe angeflogen. 3 Leute, einer mit viel Erfahrung im Bereich Ausbildung von Menschen mit minimaler formaler Schulbildung. Jede Lektion muss auf einfache Weise erklärt werden. Teil des trainings ist eine Andacht, ein Gedanke für den Tag, den ich hier in einem mix von Somali, suaheli und english weitergebe.
Die freiwilligen Gesundheitshelfer kommen aus verschiedenen Altersgruppen, Männer und Frauen. Auch sind verschiedene Stämme vertreten die in dem Einzugsgebiet zu finden sind. In nur wenigen Tagen entstand auch diese Woche wieder ein enges Vertrauensverhältnis das es uns möglich macht, auch ganz intime Dinge anzusprechen, wie z.B. Familienplanung etc.
Zur traditionellen muslimischen Bekleidung gehört der Kofiya, das runde Hütchen, das gerne auch von Politikern getragen wird um zu zeigen dass sie zum muslimischen Glauben gehören. Im Bild trug ich den Hut nur fürs Foto. Im Hintergrund sieht man die ganz einfachen Gebäude mit grasbedeckten Dächern.
Gemeinsames Essen ist überall wichtig. Als Teil unseres Programms sponsern wir natürlich auch das Essen was vor Ort gekocht wird. Man weiss nie genau was man vorfindet, aber hier kann man sehen dass es geschmeckt hat. Dass man mit den Fingern ist, versteht sich von selbst, allerdings sieht es fast so aus als ob Dörte hier einen Löffel reingeschmuggelt hat.
Das besondere an diesem Ort war die Gegenwart von jungen kenianischen Missionarsfamilien. Uns freut besonders dass wir für diese mutigen jungen Leute eine Motivation waren, in ihrem Dienst weiterzumachen.
Eine junge Teilnehmerin hat im Zuge des trainings von ihrem persönlichen Schicksal erzählt. Beim Thema "Komplikationen bei der Geburt" hörte sie plötzlich besonders genau hin. Denn ihr Kind das sie vor 7 Jahren entbunden hat ist nun schwer behindert. Es war weit und breit kein Arzt oder ordentliches Krankenhaus zu finden um ihr bei der Geburt zu helfen.
Hier stehen wir vor ihrem schönen Haus das aus Stöcken und Stroh gebaut ist. Wir sahen nach ihrem Kind und hoffen dass durch Physiotherapie einiges an Hilfe gegeben werden kann. Es ist für uns immer wieder ein Herzschmerz wenn wir hören, durch welche Schwierigkeiten Menschen gehen müssen. Weil die Infrastruktur so schlecht ausgebaut ist und wie alte Traditionen den ohnehin schon geplagten Menschen so viel Leid zufügen.
Wasser ist Leben. Obwohl der Tana Fluss nur wenige hundert Meter von den Dörfern entfernt liegt, ist sauberes Wasser in erreichbarer Nähe, ein sehr kostbares Gut. Einer unserer Kollegen, Jeremy aus Südkorea, hat durch die Unterstützung seiner Kirche, ein Wasserprojekt durchgeführt. Aus diesem Brunnen bekommen die Dorfbewohner sauberes Trinkwasser. Der weitere Vorteil ist der, dass der Zugang zum Wasser nun weit genug vom Fluss entfernt ist und somit die Gefahr, von Krokodilen in den Fluss gezogen zu werden, beseitigt. Über solche oder ähnliche Gefahren denkt man in Deutschland ja nicht nach, wenn der Wasserhahn aufgedreht wird.
In diesem Sinne, haltet die Hygienevorschriften gut ein und mögen die Corona Einschränkungen bald der Vergangenheit angehören.








