Freitag, 9. Oktober 2020

Rückkehr ins "normale" Leben

 

Fast unmittelbar mit der Lockerung der Corona Restriktionen waren wir als Team wieder losgezogen um in der Community in der wir gepflanzt sind, Seminare abzuhalten und uns als Gegenüber und Nachbarn zu zeigen. Neben dem Garissa county liegt der Tana River county. Der erstreckt sich über viele hundert Kilometer entlang des Tana Flusses fast bis zum indischen Ozean. Vor etwa 120 Jahren kamen in den Deltabereich des Tana Flusses die ersten Missionare aus Deutschland an. Sie waren von der Neuenkirchner Mission. Einer der Nachfahren dieser ersten Früchte der Missonare von damals ist dieser hochgewachsene gentleman, dem wir gerade eine Urkunde überreichen. 

Durch Rollenspiele konnten wir viele Themen die für Pastoren und Kirchenleiter wichtig sind, darstellen. Der Stress, dem diese Menschen ausgesetzt sind, muss angesprochen werden. Nur so können die Helfer auch langfristig ihren Kirchenmitgliedern helfen. Im Anspiel wird eine Seelsorgesitzung nachgespielt. Und wie sie idealerweise aussehen könnte. Die Anspiele haben erstaunlich lebhafte Reaktionen hervorgerufen.
Immer wieder faszinierend zu sehen wie wichtig Urkunden in diesen Kulturen sind. Es ist immer ein Anreiz wenn bei den Vorbereitungen klar gemacht wird dass es am Ende des Seminars auch ein Zertifikat geben wird. Daneben ist ein gutes Mittagessen wichtig das natürlich der Gast bezahlt und nicht der Gastgeber. Über die Jahrzehnte hat sich eine Kultur der Abhängigkeit von Organisationen entwickelt die wir gerne ändern würden. So lehnen wir von vornherein ab, die Teilnehmer mit Geld am Ende des Seminars zu entlassen, obwohl das die gängige Verhaltensweise von anderen Organisationen ist. 
In unseren Seminaren für die Pastoren geht es um den Aufbau von Resilienz in Zeiten von Stress. Der Höhepunkt für uns alle der Gang zum Kreuz von Jesus. Nachdem die Teilnehmer ihre Zeit allein vor dem Herrn hatten kam anschliessend eine Zeit des Austausches und gemeinsamen Gebets. Danach kam die Einladung aus Matthäus 11:28, Kommt her zu mir alle die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Die Einladung wurde freudig aufgenommen. Was auch immer sie auf ihre Zettel aufschrieben nahmen wir und brachten es vor das Kreuz Jesu. Danach gab es ein Feuerchen und in diesem symbolischen Akt liessen wir sie vor dem Herrn am Kreuz. Das war bewegend und beeindruckend weil jeder mit seinem Paket in das Seminar kam und Hilfe suchte. 

Zum Thema Aufbau von Resilienz: ich hatte vor einigen Wochen mein mountainbike mit nach Gsa genommen und die ersten touren gemacht. Es tut gut sich auszupowern und die Landschaft aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Bis zum nächsten mal. 

Samstag, 26. September 2020

Time out

Wenn ich mir die Bilder ansehe von unserer kurzen Reise in die Masai Mara Conservancy freue ich mich dass wir die Gelegenheit hatten oder uns nehmen konnten. Es ist auf alle Fälle ein Privileg für 2 Nächte weg zu sein inmitten der wilden Tiere, nachts die Löwen und Bushbabys oder Rockhyraxes zu hören. Morgens gleich, noch vor Sonnenaufgang nehmen uns die erfahrenen Masai tourguides mit auf die Reise, mit ihren scharfen Augen und ihrer extrem guten Ortskenntnis sehen sie Tiere die ich erst gar nicht wahrnehmen würde. 

Allerdings war diese Gepardenfamilie, eine Mutter mit ihren 3 cubs, gleich am ersten nachmittag auf der Steppe zu sehen und wir konnten sie eine ganze Weile lang beobachten und um sie sein. Ganz besonders schöne Tiere vor allem wenn sie anfangen ums Auto herum zu spielen und wie hier auf dem Baum herum zu klettern, 

Wo Wasser ist, ist auch Leben, so wie hier im Flusslauf an dem unser camp aufgebaut war. Ganz in der Nähe waren Gruppen von Nilpferden im kühlen Bad in dem sie die meiste Zeit des Tages verbringen bevor sie abends aufs Land gehen um zu grasen. Das ist der Moment wo man ihnen nicht in die Quere kommen sollte weil sie wohl sehr schnell rennen können, was man ihnen so gar nicht zutrauen möchte. 

Und wie es so ist, war es nur ein kurzer Ausflug in dem alles andere plötzlich ganz weit weg scheint. Schon wenige Tage später waren wir wieder zurück in unserer Stadt und eingeholt von den Ereignissen die der Dienst in den Gott uns gestellt hat mit sich bringt. Da wir auch einige Zeit in Kijabe verbrachten, konnten wir mit unseren Kollegen und Freunden dort über die geplanten Einsätze in unserer Stadt reden. Durch Corona war erst mal vieles auf Eis gelegt worden. Wir waren sehr froh von allen Seiten signalisiert zu bekommen dass Kijabe Hospital weiterhin voll hinter uns steht. Die Krankenhausleitung hat das eindeutig klar gemacht. Bis dahin dass wir wahrscheinlich ab nächsten Monat wieder Besucher begrüssen werden, angefangen vom Direktor der das ganze Training unter sich hat. Einige Wochen später hat sich der Gesamtleiter des Krankenhauses angemeldet. Er ist selber Kinderchirurg, er könnte einige Operationen durchführen. Er hat aber auch Interesse gezeigt einfach mal das zu tun was man vielleicht eher als Tourist macht. Vielleicht eine Tour in den Bush, mal sehen ob die Sicherheitslage das alles zulässt. Wir hatten vor einigen Wochen eine Situation die mal kurz spannend war. Aber so ist es hier öfter, es gibt immer wieder mal kleine Flammen die auflodern und dann auch wieder abkühlen. Gegenwärtig erleben wir wieder eine friedliche Zeit. 
Je nachdem was der Präsident Kenyas am Montag verkündigt, kann es sein dass die schulischen Ausbildungen wieder komplett geöffnet werden. Wenn dem so ist, wird sich vieles normalisieren und auch unsere Trainingsangebote werden wieder zunehmend Fahrt aufnehmen.  
So wie wir es mitbekommen, hat Europa wieder einen Zuwachs an Infektionen. Das haben wir hier noch nicht, und die Verantwortlichen des Landes stehen in einer gewaltigen Spannung das richtige zu tun. Keine leichte Aufgabe. Wir als Christen haben die Aufgabe für diese Menschen zu beten um Weisheit und Einsicht die von Gott kommt.