Hallo,
Letzten Montag wurde bei uns hier in Kenya gewaehlt und die Menschen kamen in grosser Zahl zu den Wahlurnen. Man schaetzt etwa 80% Wahlbeteiligung, viele standen 6 Stunden oder laenger an um ihre Stimme abzugeben. Bei der Auszaehlung der Stimmen wurde es dann schwierig weil das teure elektronische Geraet das angeschafft wurde schon am ersten Tag versagt hatte und man doch wieder manuell zaehlen musste. Die ganze Woche starrte jeder wie gbannt auf den Bildschirm und das Land war im Wartezustand. Nairobi war noch nie so leer wie die letzten Tage. Geschaefte blieben geschlossen, kaum Busse auf den Strassen. Am Samstag mittag war es dann soweit dass der Gewinner der Wahlen bekanntgegeben wurde. Laut Verfassung musste er mit 50% plus 1 Stimme die Mehrheit haben, und Uhuru Kenyatta kam mit 50,03% zu seiner Mehrheit und wurde offiziell als Sieger bekanntgegeben. Raila Odinga kam mit einigen hunderttausend Stimmen nach ihm ins Ziel mit 43% der Stimmen.
Erst ab heute darf man sich offiziell wieder frei bewegen und auch wieder in die Stadt fahren, die ganze Woche war im Prinzip Ausgehverbot weil man nicht wusste wie die Opposition sich verhalten wuerde. Es ging bisher alles super friedlich ab und wir sind stolz auf Kenya, wie trotz der Hindernisse doch ein recht transparentes Wahlergebnis verkuendigt werden konnte.
Raila Odinga ficht das Ergebnis an, geht aber die richtigen Wege indem er es zum obersten Gerichtshof bringt und nicht die Massen aufruft, wie es vor fuenf Jahren war, was dann zu den furchtbaren Eskalationen fuehrte.
Es wurde viel und intensiv fuer dieses Land gebetet, und wir koennen an dieser Stelle nur Gott danken dass alles friedlich verlief und beten jetzt dass der neue Praesident dann das Land mit Weisheit in eine neue Aera fuehrt.
Uhuru ist der Sohn des ersten Praesidenten Jomo Kenyatta. Er wurde kurz vor der Unabhaengigkeit von Grossbritannien geboren und traegt von daher den Namen Uhuru - Kisuaheli fuer Freiheit.
Freiheit ist auch das was man unten auf den Bildern sieht. Benji und ich sind gestern mit den Motorraedern in das wunderschoene Rift Valley gefahren um ein bisschen etwas von der Freiheit zu spueren die Benjamin vermisst wenn er viele Wochen hintereinander in der Schule ist.
Bis bald wieder, Thomas